Es wird Zeit!

ARTE präsentiert Ergebnisse der größten Umwelt-Umfrage aller Zeiten

von Andreas Schoettl

Junge Menschen von 16 bis 34 Jahren waren dazu aufgerufen, Fragen zur modernen Gesellschaft und aktuellen Herausforderungen zu beantworten. ARTE stellt die Ergebnisse nun vor.

Wie sollen moderne Gesellschaften auf aktuelle Herausforderungen wie den Wandel des Klimas oder die Bedrohung eines friedlichen Zusammenlebens reagieren? Welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, um auch künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen? Von Mai dieses Jahres an waren junge Menschen im Alter von 16 bis 34 Jahren dazu aufgerufen, ihre Antworten auf diese Fragen zu geben. Das von ARTE initiierte Projekt erreichte rund 400.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein internationales Team von Soziologen und Statistikern hatte mehr als 43 Millionen Antworten zur Auswahl. Nun werden die Resultate zu spezifischen Themen wie Klimawandel oder Umweltkrise sowie der Rolle von Wissenschaft, der Entwicklungen von Gesellschaften und Demokratien sowie der Zukunft der Wirtschaft im 21. Jahrhundert vorgestellt.

Dabei sieht die junge Generation zunächst gar nicht rosig in die Zukunft. Nach den Ergebnissen – in Echtzeit einsehbar unter time-to-question.com – glauben 55 Prozent der Befragten, ihnen werde es im Vergleich zum Leben der Eltern "eher schlechter" gehen. Auch werde die Welt in 20 Jahren "weniger gut sein als heute", meinen 60 Prozent. Als Hauptgründe für ein mögliches Auseinanderbrechen der Gesellschaft in den kommenden Jahren sehen viele den Klimawandel (30 Prozent) und die Erschöpfung der natürlichen Rohstoffe (19 Prozent). Doch es gibt auch Lösungsansätze. So sollten lokale und nachhaltige Produktionen gerade im Hinblick auf ein Ende der Corona-Krise eindeutig gestärkt werden. Mehr "partizipative Demokratie" forderten immerhin 80 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Der deutsch-französische Kulturkanal bündelt die Ergebnisse in einen Programmschwerpunkt unter dem Titel "Es wird Zeit!". Ab Dienstag, 24. November, 21.45 Uhr, ist er zu sehen. Das Besondere: An vier aufeinanderfolgenden Abenden, bis Freitag, 27. November, strahlt ARTE Kurzfilme junger Dokumentarautoren aus Deutschland und Frankreich aus. Anhand der gewonnen Daten der größten je organisierten öffentlichen Befragung zum Thema Umwelt erklären sie, wie sich ihre Generation den Herausforderungen der heutigen Welt stellt. Zudem füllt der Sender seinen Schwerpunkt mit ausgesuchten Dokumentation.

Den Auftakt bildet zunächst die Dokumentation "Und jetzt wir! – Eine Generation schlägt Alarm". Der Film von Annelie Boros begibt sich am Dienstag, 24. November, 21.45 Uhr, auf Spurensuche nach Ideen und Konzepten für eine Welt nach Corona. Die Moderatorin Aline Abboud trifft darin unter anderem Aktivistinnen und Aktivisten der Gelbwestenbewegung in Frankreich oder die Initiatoren einer Klimastreik-Demo in Berlin. Es folgt im Anschluss der Kurzfilm "Ist Umweltschutz etwas für Reiche?"

Der Film "Findet uns das Glück?" der jungen Regisseurin Marine Guizy geht am Mittwoch, 25. November, 21.45 Uhr, der Frage nach, wie soll gerade die Jugend zufrieden und glücklich werden in einer Welt, die sie selbst nicht mehr als lebenswert empfindet? Guizy sprach dafür mit Gleichaltrigen in Frankreich und Belgien über ihre Träume, Ängste, Überzeugungen und Zweifel. Ebenfalls am Mittwoch, 25. November, erklären 18- bis 30-Jährige, wie sie in Hinblick einer großen Liebe ticken. "Nos Amours – Unsere Lieben" von Chloé Bruhat porträtiert ab 23.10 Uhr unter anderem die Beziehung von Valentin und Zelda. Die beiden aus Frankreich haben sich über Tinder kennengelernt. Nun leben sie in einer Dreierbeziehung. Und das anbeglich recht glücklich.

Weitere Höhepunkte der ambitionierten wie aufschlussreichen Reihe sind Aurélien Guégans zweiteilige Dokumentation über "70 Jahre Jugendrevolte" (Donnerstag, 26. November, 23.55 Uhr) sowie ein "Tracks Night"-Spezial am Freitag, 27. November, 23.15 Uhr. Zu Gast bei Moderatorin Salwa Houmsi ist neben den Rappern LGoony und Che Lingo aus London auch Luisa Neubauer. Die 24-Jährige aus besserem Hause wird gelegentlich als die "wahrscheinlich bekannteste Klimaschützerin Deutschlands" beschrieben. Bei "Tracks" und Houmsi darf sie auch in einer Plattenkiste wühlen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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