"Wie immer, Nuhr anders"

Dieter Nuhrs Satire zur ARD-Themenwoche

von Rupert Sommer

In der Sonderausgabe von Dieter Nuhrs Kabarettsendung in der ARD geht es um Corona, die Krise und den Klimawandel. Darunter macht er es aktuell nicht.

ARD
Wie immer, Nuhr anders
Unterhaltung • 19.11.2020 • 22:50 Uhr

Auch der scharfzüngige Satiriker Dieter Nuhr hat sein aktuelles Donnerstag-Fernsehgastspiel auf die ARD-Themenwoche "#WieLeben" abgestimmt: Im 45-minütigen Gute-Nacht-Stück "Wie immer. Nuhr anders" versucht sich der 59-jährige Kabarettist als Welterklärer in turbulenten, von "Klima, Chaos und Corona" geprägten Zeiten. Nuhr stellt fest: Die Welt dreht sich ja schon lange, nur zuletzt habe es "komisch geruckelt". Er bemüht sich um Antworten auf wirklich große Fragen, gesteht aber auch ein: Oft kann er nichts Genaues sagen, das aber "detailreich und mit großem Witz".

Aufgebaut ist das neue Satire-Programm mal wieder dialektisch. So hält Nuhr den Jüngeren, deren Alltagsproblemhorizont oft vermeintlich bislang lediglich mit verpassten U-Bahn-Anschlüssen oder rätselhaften Computer-Fehlermeldungen zu tun gehabt habe, die oft erschütternden Härten älterer Generationen entgegen. Die Senioren hätten ja noch Weltkriege, tödliche Grippewellen und "die ZDF-Hitparade" miterlebt. Das ist das Grundprinzip des alten Spötters, der hintersinnig indirekt zu mehr unverkrampfter Gelassenheit rät – selbst in höchst angespannter Pandemie-Zeit.

Andererseits schien Dieter Nuhr, der seit Jahrzehnten auf der Bühne steht und meist vor ausverkauften Sälen spricht, zumindest das etwas jüngere Publikum zuletzt immer öfter falsch eingeschätzt haben. Flapsige Äußerungen etwa zur Fridays-for-Future-Bewegung und zu Greta Thunberg, aber auch zu einer vermeintlichen Hygiene-Hysterie im Land hatten ihn zuletzt immer wieder ins Zentrum von digitalen Shitstorms geführt. 


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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