ZDF-Krimireihe

"Friesland": Wenn im Sarg ein Fuß zu viel liegt

von Eric Leimann

Ein schockierter Bestatter findet im Sarg einer jungen Frau einen Fuß, der dort definitiv nicht hingehört. Treibt hier etwa ein Serienmörder sein Unwesen?

ZDF
Friesland: Hand und Fuß
Kriminalkomödie • 14.12.2019 • 20:15 Uhr

Wenn der Volksmund von einer Sache mit "Hand und Fuß" spricht, wird anerkannt, dass sich jemand Gedanken gemacht hat und einen klaren Plan verfolgt. Ein dritter Fuß oder eine dritte Hand im Sarg stiftet dagegen: Verwirrung. Bestatter Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) muss den Dreisatz des Schreckens am eigenen Leib erfahren, als er hektisch sein Date mit Elisabeth Veith (Sonsee Neu) verlassen muss, weil sein Handy in einem Sarg liegengeblieben ist. In der Kiste mit einer schneewittchenhaft Jungverblichenen findet der schockierte Habedank allerdings nicht nur das Mobiltelefon, sondern auch einen dritten Fuß, der offenbar nicht zur Leiche gehört. Der Bestatter meldet den Vorfall am Morgen den Polizisten Henk Cassens (Maxim Mehmet) und Süher Öllügül (Sophie Dal). Die schenken der Sache zunächst nicht wirklich Glauben. Schließlich ist Schneewittchen längst eingeäschert – und der behauptete Fuß mit ihr.

Kommissar Jan Brockhorst (Felix Vörtler) lässt die Sache allerdings hellhörig werden. Ihn erinnern die Leichenteil-Funde an den Fall eines Serienmörders, der ihm einst entkam. In der nächsten Nacht beobachten Henk und Süher tatsächlich einen Unbekannten auf dem Gelände des Krematoriums. Und dann taucht auch noch eine überzählige Hand auf. Gemeinsam mit Apothekerin und Hobby-Forensikerin Insa Scherzinger (Theresa Underberg) machen sich die Ostfriesen-Ermittler auf, das makabre Rätsel zu lösen. Und das, wo doch fast alle in Leer – bis auf die ernst-akribische Süher – in Feierlaune waren. Weil Insas Freundin Britta (Luise Heyer) demnächst Arzt Michael (Philipp Hochmair) heiratet, gibt sich die halbe Stadt einem großen Junggesellinnen-Abschied hin. Dabei landet ausgerechnet Polizist Henk im Bett der künftigen Braut. Unbefangene Ermittlungen sehen anders aus. Vor allem in einem Umfeld, in dem jeder jeden kennt – so wie in der komödiantischen ZDF-Krimireihe "Friesland" üblich.

Plattes Land, schnurrige Dialoge und ein wenig Mörderrätsel. Seit Mai 2014 gibt es den Schmunzelkrimi aus dem ostfriesischen Leer, in dem man es mit dem norddeutschen Habitus allerdings nicht übetreibt. Wie auch? Sophie Dal und Florian Lukas, der die zweite Hauptrolle des Polizisten bis zum fünften Film "Krabbenkrieg" innehatte, sind Berliner. Nachfolger Maxim Mehmet stammt aus Kassel, während Theresa Underberg immerhin Hamburgerin ist. Und Chef Felix Vörtler? Der stammt aus Bayern und wurde im Ruhrgebiet sozialisiert, wo er auch für die – tatsächlich heimattypische – WDR-Serie "Phoenixsee" vor der Kamera stand.

Nein, eine typisch nordhumorige Krimikomödie, wie sie beispielsweise Lars Jessen ("Vadder, Kutter, Sohn") immer wieder mit Schauspielern inszeniert, die aus der Region stammen, ist "Friesland" nicht. Die ZDF-Krimischnorre könnte überall spielen. Zum Beispiel in Münster. Dass dort mit "Wilsberg" eine Reihe mit ähnlichem Humor und verwandter Tonalität stattfindet, ist übrigens kein Zufall. Das Autorenduo Arne Nolting und Jan Martin Scharf schrieb für beide ZDF-Reihen, auch wenn lediglich die ersten beiden, die Szenerie allerdings etablierenden "Friesland"-Folgen aus ihrer Feder stammen. Mittlerweile wechseln Regie und Autorenschaft in Leer regelmäßig. Die aktuelle Folge verzapften Christian Schiller, Marianne Wendt, Magdalena Grazewicz (Drehbuch), Regie führte Isabel Prahl ("Was wir wussten – Risiko Pille"). Die Regisseurin wurde 1978 in Münster geboren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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