Hape Kerkeling als Bürgermeister? Warum nicht, dachten sich die Grünen in Recklinghausen und wollten Kerkeling als Kandidaten aufstellen. Warum trotzdem nichts daraus wurde, erklärte der Komiker nun in einem Interview.

Politisches Engagement ist für Hape Kerkeling nichts Unbekanntes – zumindest im Film. In der Komödie "Isch kandidiere" (2009) schickte er seine Kunstfigur Horst Schlämmer ins Rennen um das Amt des Bundeskanzlers. Im echten Leben hielt sich Kerkeling indes mit politischen Äußerungen bis dato zurück. Umso überraschender ist, was er nun im Interview gegenüber "Bild am Sonntag" verriet: "Ich sollte für die Grünen Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Recklinghausen werden." Zwar sei er kein Parteimitglied, aber die Grünen seien auf ihn zugekommen. Daraufhin habe er es sich "eine Zeit lang überlegt", sei aber letztlich zum Schluss gekommen, nicht anzutreten.

Der Grund dafür sei schlichtweg, dass er "keine Ahnung von der Politik" habe, meinte Kerkeling. Zwar kam er im Interview zu der Einschätzung, dass die Menschen einer politischen Tätigkeit positiv gegenübergestanden hätten. "Aber ich glaube, Politiker ist ein beinharter Job", befand der 54-Jährige, "Und am Ende traue ich mir den dann doch nicht zu."

Zuletzt hatte Kerkeling bei den "GQ"-Awards in Berlin mit der Politik abgerechnet. Als er seinen Preis in der Kategorie "Entertainment" abholte, wetterte er über die momentane politische Situation in Deutschland – vor allem in der SPD und der CDU. "Die, die Bundeskanzler werden wollen, die können es nicht, und die, die es können, die wollen es auch nicht." Weiter erklärte der 54-Jährige, dass im Land aktuell eine schwierige Situation herrsche. "Es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land, die schärfste Opposition überhaupt." Und auch bezüglich Angela Merkel musste der Entertainer einen Satz loswerden: "So wenig Kanzler wie heute war noch nie."


Quelle: teleschau – der Mediendienst