Sieben Jahre saß Mark im Gefängnis, weil er seine Ex-Freundin im Affekt erschlagen hatte. Als seine neue Partnerin das erfährt, ist es für sie ein Schock. Und dann verschwindet auch noch die Nachbarin spurlos.

Frisch verliebt sein, Schmetterlinge im Bauch, insbesondere nach einer längeren Zeit ohne große Liebe – eigentlich die schönste Sache der Welt. Was aber, wenn sich herausstellt, dass der neue Schwarm seinen Ex-Partner auf dem Gewissen hat und dafür im Knast saß? Kann man einer solchen Person überhaupt trauen? Diesen delikaten Fragen widmet sich der ZDF-Thriller "Irgendwas bleibt immer", der nicht nur mit einer spannungsreichen Story, sondern insbesondere mit einem herausragenden Cast aufwartet.

So gelingt es den Hauptdarstellern Manuel Rubey und Lisa Maria Potthoff fast im Alleingang, den Film nach einem Drehbuch von Claudia Kaufman zu stemmen. Sie erzählen die langsame Annäherung zwischen der alleinerziehenden Mutter Nina und dem attraktiven Mark so nachvollziehbar, das das "dunkle Geheimnis" in der Tat zum Schock gerät. Nach dem sich die beiden im Zug kennen- und in den folgenden Wochen liebengelernt haben, zieht Mark recht schnell bei der praktizierenden Ärztin Nina ein. Umso plötzlicher das Geständnis: Er war die Jahre zuvor gar nicht auf Reisen, wie er gelogen hatte, sondern im Gefängnis.

Noch schlimmer: Sieben Jahre musste er absitzen, weil er seine Ex-Freundin im Affekt erschlagen hatte. Kein Mord, aber immerhin Totschlag. Kann man mit so einem Menschen zusammen sein? Nina will es versuchen, gibt der Romanze eine Chance und probiert, die schlimmsten Gedanken zu verdrängen. Nicht leicht macht es ihr dabei ihr Nachbar und guter Freund Andreas, gespielt von einem ebenso überzeugenden Justus von Dohnányi. Er sieht die Ninas Beziehung mit Mark skeptisch – auch, weil er vermutet, dass seine Frau Melanie (Ulrike Krumbiegel) und der neue Nachbar verdächtig viel Zeit miteinander verbringen.

Vollends zum Thriller gerät der kammerspielartige Film unter Regie von Thomas Kronthaler, als Nachbarin Melanie plötzlich nach einem kurzen Ausflug spurlos verschwindet. Das Verhältnis der drei verbliebenen Protagonisten ist schwer belastet, Misstrauen schwebt im Raum. Andreas engagiert einen Privatdetektiv, der herausfinden soll, ob seine Frau eine Affäre mit Mark hat. Der wiederum wird prompt von Nina verlassen, weil auch die nicht mehr sicher ist, was sie glauben soll. Schließlich bricht alles zusammen: Melanies Leiche wird gefunden, in einem nicht weit enfernten Wald. Aus Eifersucht und kritischem Beäugen werden harte Anschuldigungen und Wut. Dank der Performance seiner Hauptdarsteller gerät dieser Film zur brillanten Studie über Verrat, Angst und Misstrauen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst