Jan Böhmermanns Interview mit dem österreichischen TV-Magazin "kulturMontag" sorgte nicht nur für viele Schlagzeilen – es hat für den Satiriker auch ein rechtliches Nachspiel.

Wie die österreichische Tageszeitung "Der Standard" berichtet, wurde gegen Böhmermann Anzeige wegen Herabwürdigung des Staates erstattet. In dem Interview, von dem sich der ORF postwendend distanzierte, hatte der "Neo Magazin Royale"-Moderator den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz als "32-jährigen Versicherungsvertreter mit viel Haargel" und die Österreicher pauschal als "acht Millionen Debile" bezeichnet.

An letztgenannter Anspielung auf ein Zitat des österreichischen Autors Thomas Bernhard, der seine Landsleute einst "sechseinhalb Millionen Debile und Tobsüchtige" nannte, stört sich der Wiener Rechtsanwalt Wolfgang List, der sowohl in Wien als auch in Berlin Anzeige erstattete, offenbar besonders: "Es geht nicht, dass ein deutscher Satiriker acht Millionen Österreicher als debil bezeichnet", sagte er dem "Standard". Er wolle mit der Anzeige "ein Zeichen setzen" und forderte, das "Personen wie Böhmermann" kein Podium mehr gegeben werden soll.

Böhmermann selbst reagierte via Twitter auf die Anzeige: "Ständig irgendwen wegen totalem Quatsch vors Gericht zerren – so was gäbe es in Deutschland nicht!", spielte er ironisch in seinem Tweet auf den Rechtsstreit um sein Erdogan-Schmähgedicht an. In seiner "Neo Magazin Royale"-Sendung vom Donnerstag bezeichnete er Österreich zudem als "Alpen-Türkei".


Quelle: teleschau – der Mediendienst