Die ARD setzt am Freitagabend auf eine Pferdefilm-Reihe für Erwachsene. Rike Wildenstein ist mit den brutalen Dressurmethoden ihres Bruders nicht einverstanden. Sie hat zwei Möglichkeiten: Zurück in die USA oder ihrer Familie helfen?

Zwang und Peitsche beim Umgang mit Pferden? Nein, mit brutalen Dressurmethoden will Rike Wildenstein (Klara Deutschmann) nichts zu tun haben. Für sie steht ein sanfter Umgang mit den Tieren im Mittelpunkt. In dem zunächst zweiteiligen Drama "Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin", das nun im Ersten ausgestrahlt wird, gerät Rike in einen Konflikt mit ihrer Familie und später mit sich selbst. Kann sie den Familienbetrieb umkrempeln und damit retten?

Rike Wildenstein lebt seit 13 Jahren fern von ihrer Familie. Da sie mit den harten Dressurmethoden auf dem heimischen Pferdehof Familie nicht einverstanden war, baute sie sich in Arizona mit ihrem Lebensgefährten Jack (Angus McGruther) ein neues Leben auf, indem sie wilde Mustangs nach neuartigen und sanften Methoden züchtet. Als ihr Vater stirbt, kehrt sie zum Gestüt ihrer Familie nach Deutschland zurück – und findet alles wieder so vor, wie sie es verlassen hat. Ihre Mutter Elsa (Ulli Maier) stichelt wie eh und je, und ihr Bruder Ferdinand (Shenja Lacher) hat an der klassischen "alten" Reitlehre nichts geändert. Dazu kommt, dass dem Hof bald der Konkurs droht, wenn der Hengst "Jacomo", der von dem Reiter Julien Dessaulier (Pierre Kiwitt) brutal trainiert wird, bei Turnieren keine Preisgelder gewinnt.

Rike will angesichts der Konflikte mit ihrer Familie nach der Beerdigung schnell wieder abreisen, kann aber "Jacomo" und das Erbe ihres Vaters nicht einfach im Stich lassen. Außerdem ist da noch ihre Jugendliebe Christian (Alexander Khuon), mit dem es schnell wieder knistert. Das Problem: Er ist nicht nur einer der Investoren, sondern inzwischen auch Familienvater. Nach langem hin und her entscheidet sich Rike dann doch, wieder in den Sattel zu steigen. Kann sie mit ihren sanften Methoden ihre Familie überzeugen und damit den Hof und "Jacomo" retten?

Der ARD-Film "Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin" ist ein ansprechender Pferdefilm, der zeigt, dass eine neue Sichtweise in manchen Situationen nicht schlecht ist. Die Regisseurin Vivian Naefe ("Die Wilden Hühner") beleuchtet nicht nur eine ethische Diskussion über die richtige Dressur von Pferden. Ihr geht es auch um Generationskonflikte und Auseinandersetzungen, wie sie in jeder Familie vorkommen. Eine Familie, die nach dem Tod ihres Oberhauptes vor der Zerreißprobe und einem Umbruch steht – der Stoff geht weit über eine "Pferdesoap" hinaus.

Besonders optisch ist "Reiterhof Wildenstein – Die Pferdeflüsterin" sehenswert: Vor der Kulisse eines Reiterhofs am Starnberger See und der Münchner Umgebung sind traumhafte Reitszenen entstanden, die jeden Pferdeliebhaber zum Träumen bringt. Die rebellische und vor allem taffe Rike wird von Klara Deutschmann ("Charité", "Hubert und Staller") verkörpert, die selbst viel Erfahrung mit Pferden hat und schon als Kind Dressur ritt.

"Die Pferdeflüsterin" ist der erste Teil der Reihe "Reiterhof Wildenstein". Den zweiten Teil "Kampf um Jacomo" strahlt das Erste am Freitag, 17. Mai, aus. Weitere Fortsetzungen scheinen nicht ausgeschlossen.

Unser Interview mit Hauptdarstellerin Klara Deutschmann lesen Sie hier.


Quelle: teleschau – der Mediendienst