Satiriker hat einen Plan

Jan Böhmermann will SPD-Vorsitzender werden – das sagt Kevin Kühnert dazu

von teleschau

Jan Böhmermann will SPD-Parteivorsitzender werden. Die ersten prominenten Reaktionen auf seine Überraschungskandidatur gibt es bereits – unter anderem von Juso-Chef Kevin Kühnert.

Gleich in der ersten Sendung nach der Sommerpause ist Jan Böhmermann ein Coup gelungen: Am Donnerstagabend gab er in seiner Show "Neo Magazin Royale" seine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz bekannt. "Ich hab mir Sorgen gemacht um meine SPD", begründete der Satiriker seine Entscheidung. "Wenn das so weiter geht, dann sitzt die SPD nächstes Jahr im Sommerhaus der Stars. Und wird dann nicht mal dort gewählt". Zudem sei ihm im Traum Willy Brandt erschienen und habe ihm gesagt: "Du musst es machen, der Olaf ist 'ne Pfeife." – Die Anspielung galt natürlich Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz.

Die passende Kampagne #neustart19 lancierte Böhmermann noch im Laufe der Sendung bei Twitter – und konnte sich dort schon über die ersten prominenten Reaktionen freuen: "Großartig! Ich kann Deinen Argumenten folgen, mit Dir als CEO würde ich schwach", meinte Unternehmer und "Höhle der Löwen"-Juror Frank Thelen. Auch Juso-Chef Kevin Kühnert, der selbst auf eine Kandidatur verzichtet, muss anerkennen: "Kluge Kampagne", lästert aber: "Das CD (Corporate Design, d. Red.) sieht aus wie bei einem durchschnittlichen #SPD-Ortsverein. Es fehlen noch AWO-Tischdecke und IG Metall-Cap, dann könnten die ersten Unterbezirke weich werden" und empfahl mehr Willy-Brandt-Zitate.

Komiker Nico Semsrott, der seit Mai für Die Partei im Europaparlament sitzt, ist von Böhmermanns Sieg schon überzeugt: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem nächsten SPD-Vorsitzenden. Europa braucht eine selbstbewusste Sozialdemokratie".

Ein paar Hürden gibt es allerdings noch, muss Jan Böhmermann einräumen: "Erstens: Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag, um 18 Uhr, eingereicht sein. Zweitens: Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Drittens: Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD." Doch einen Lösungsansatz hat er bereits: Er will sich zusammen mit der SPD-Frau um die Doppelspitze bewerben, die ihm das alles fristgerecht organisieren kann...


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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