Doku bei ARTE

"Kanadas Küstenwölfe": Grazile Kletterer und Schwimmer

von Hans Czerny

Mit beeindruckenden Bildern zeigt die ARTE-Doku Kanadas Küstenwölfe, die auch schon mal schwimmend auf die Jagd gehen und auf deren Speiseplan Otter und Robben stehen.

ARTE
Kanadas Küstenwölfe
Dokumentation • 16.07.2020 • 20:15 Uhr

Eigentlich sind sie Wölfe wie andere auch. Wölfe, wie sie hierzulande entgegen mancherlei Widerständen wieder heimisch werden. Doch die Wölfe, die an der zerklüfteten, inselreichen Westküste Kanadas in British Columbia leben, sind anders. Grazile Kletterer und Schwimmer zugleich, die für sich am Meer neue Lebensräume entdecken. Amphibienhaft streifen sie über bemooste Klippen am Rand des Regenwalds. In nur wenigen Jahren haben sie, meist federleicht, für sich Meeresgetier wie junge Robben oder Ottern für ihren Speiseplan entdeckt. Geduldig warten "Kanadas Küstenwölfe", wie die junge Wölfin im Film, auf ihre Beute – stundenlang.

Der Naturpfleger Cal Humchitt vom indigenen Stamm der Heiltsuk lebt seit über 50 Jahren im weitgehend unberührten Westen Kanadas. Als indigener Nachkomme hat er seit seiner Kindheit eine besondere Verbindung zu den Wölfen, ausdauernd folgt er ihren Spuren und zeigt das im Film so spannend wie beim ersten Mal. Dass den Wölfen menschliche Namen gegeben werden, muss wohl so sein. Das verlangt die zuschauerfreundliche Dramaturgie. Schwer zu sagen aber, was optisch berückender ist: die Traumkulisse des Zauberwalds und des Meeres, oder doch der grazile Wolf mit den hellen Augen, den schlanken Füßen und der Rotfärbung hinter dem Ohr.

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Der Zuschauer erspart sich in jedem Fall die Reise nach Kanada, in diesen Zeiten ohnehin weder erschwinglich noch opportun – so eindrucksvoll sind die Aufnahmen des Kameramanns Moritz Katz. Ärgerlich nur, dass die ZDF-Einkaufsproduktion (ARTE-Erstsendung) ihre japanische NHK-Herkunft leugnet und als Produktionsland nur Kanada nennt. Immerhin ist unter dem Rubrum "Regie" die in Kanada lebende Japanerin Mio Hoshino genannt. Mio bedeutet im japanischen "Schöner Kirschbaum" – ein Name, der zweifellos verpflichtet, und zu Wolf und Urwald ein schöner Gegensatz ist.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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