Dokumentarfilm im Ersten

"Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte": Alles begann mit Friede, Freude, Eierkuchen

von Andreas Schoettl

Die Geschichte der "Love Parade" begann mit einem kleinen Straßenumzug, später wurde daraus die größte Open-Air-Party der Welt. 2010 besiegelte das Unglück von Duisburg des Ende des Events. Eine ARD-Doku blickt zurück.

ARD
Dokumentarfilm im Ersten: Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte
Dokumentation • 15.07.2020 • 22:45 Uhr

Es begann alles harmlos. Im Sommer 1989, an einem verregneten 1. Juli, leisteten sich 75 Versprengte, damals noch in West-Berlin, einen kleinen Straßenumzug mit begleitender Musik auf dem Kurfürstendamm. Es hieß, sie wollten demonstrieren. Für "Friede, Freude, Eierkuchen"! Aus dem damals noch kaum beachteten Aufgalopp einer tanzenden Jugend wurde die größte Open-Air-Party der Welt.

Die Loveparade vermeldete von 1989 bis 1995 auf dem Ku'damm und daraufhin bis 2000 an der Siegessäule Rekord um Rekord. 1999 hatte die Technoparade sogar 1,5 Millionen Besucher. "Ich hatte dort den Spaß meines Lebens. Es war phänomenal. Überall diese zappelnden Leute. Also, es war Wahnsinn", erinnert sich unter anderem der Ost-Berliner DJ Wolle XDP an Techno. Aber auch an Sex und Drogen.

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Im Dokumentarfilm "Loveparade – Als die Liebe tanzen lernte" von Peter Scholl kommen zudem Urgesteine wie Gründer Dr. Motte oder Westbam zu Wort. Der ehemalige Star-DJ blickt auch auf die Euphorie der neuen elektronischen Musik. "Das Westlichste, das Modernste, das Zukunftsweisendste, das Krasseste. Was war das? Techno. Die Musik der Zukunft. Eine Musik, bei der es nicht darum geht, wo du stehst, Genosse. Sondern ich stehe auf der Tanzfläche und ich drehe durch."

Doch mit dem Erfolg kamen auch Probleme und Neid. Kritiker bemängelten eine zunehmende Kommerzialisierung der Szene, Berlin erstickte wegen der tanzenden Massen hingegen im Müll. Zum Abstieg der Loveparade kam es durch steigende Kosten etwa für die Müllbeseitigung und weitere Finanzierungsprobleme. Nach dem Neustart und Umzug ins Ruhrgebiet wurden das alte Berliner Flair nicht mehr erreicht. Endgültig vorbei war die Party, die so harmlos und friedlich begonnen hatte, am 24. Juli 2010. Das Unglück bei der Loveparade in Duisburg forderte 21 Menschenleben.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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