Ann-Marlene Henning öffnet erneut ihr TV-Sprechstunde für sexuelle Fragen. Die Sexologin, Paartherapeutin und Autorin beschäftigt sich in einer ersten von zunächst zwei geplanten Folgen mit "Neuen Wegen in der Liebe".

Einmal Mäuschen sein bei einem "Mädelsabend", wenn die Partnerin sich mit ihren Freundinnen trifft: Wohl jeder Mann hat daran schon einen Gedanken verschwendet. Oder er hat sich besser mit Schaudern wieder von dem Gedanken abgewendet – vielleicht würde er auch viel zu viel erfahren, etwas, das er eigentlich gar nicht wissen will.

Intimes vom Taxifahrer

Eine Zwischenlösung bietet die Fahrt mit einem Hamburger Taxifahrer. Für neue Folgen ihrer Aufklärungsreihe "Make Love" hat die Sexologin Ann-Marlene Henning sich mit einem getroffen. Und dieser kann von Geschichten berichten, die möglicherweise noch nicht einmal beim "Mädelsabend" zur Sprache kommen. Inzwischen ein (S-)Experte erzählt er: "Frauen sind sehr mitteilsam, besonders, wenn sie etwas getrunken haben. Wo sie fremdgegangen sind und was sie so alles erlebt haben. Sie können mit allem rechnen."

Diese Aussage wirft freilich ein schlechtes Licht auf die Hoffnung nach einer langjährigen Partnerschaft voller Vertrauen und Zweisamkeit. Womöglich sind diese in einer modernen Zeit auch gar nicht mehr gefragt. Ann-Marlene Henning rechnet vor: "Laut Statistik wird jede dritte Ehe geschieden, jede zweite davon wegen Untreue."

Die in Mitteljütland gebürtige Dänin liefert in neuen Folgen ihrer Aufklärungs-Doku auch sogleich einen Grund für diese für manche "befreiende" Entwicklung. Henning: "In meinen Gesprächen wurde deutlich, dass die 'Verhandlungsmoral' die 'Verbotsmoral' abgelöst hat. Das bedeutet, Partnerschaften bauen weniger auf gesellschaftlichen Normen auf. Vielmehr ist das okay, was Partner miteinander verhandeln und wo sie die individuellen Grenzen setzen."

Polyamor statt monogam

In ihrer zweiteiligen Doku (die zweite Episode folgt am Dienstag, 12. September 2017, ebenfalls 22.45 Uhr, ZDF) traf sie unter anderem auch auf Sylvia. Mehr als 20 Jahre hat diese in einer monogamen Ehe gelebt. Nun aber hat Sylvia festgestellt, dass sie eine geborene Polyamore sei. Das schrie nach einer Veränderung – hin zu Burkhard und Regina. Zu dritt leben sie polyamor. Dabei solle es nach Sylvias Aussage nicht darum gehen, möglichst viel Sex zu haben. Alles ist viel "einfacher": Wie Sylvia meint, gehe es darum, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben – mit der Zustimmung aller Beteiligten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst