Frankreich trauert um einen seiner größten Filmstars: Mireille Darc, die in den 60er- und 70er-Jahren zu den populärsten Gesichtern des französischen Kinos zählte, starb am Montag im Alter von 79 Jahren. Das berichtet unter anderem der französische Radiosender RTL unter Berufung auf Darcs Familie. Nach mehreren Schlaganfällen sei die Schauspielerin in einem Pariser Krankenhaus verstorben.

Mireille Darc kam 1938 als Mireille Aigroz im südfranzösischen Toulon zur Welt. Nach einem Kunststudium arbeitete sie zunächst als Mannequin, bevor sie zunächst einige Fernsehrollen spielte und schließlich für den Film entdeckt wurde. 1960, im Alter von 22 Jahren, stand sie erstmals für eine Kinoproduktion vor der Kamera: In "Riskanter Zeitvertreib" spielte sie an der Seite von Jean-Paul Belmondo, mit dem sie zehn Jahre später auch für "Borsalino" zusammenarbeiten sollte.

In den Folgejahren spielte sie zusammen mit Leinwandlegenden wie Luis de Funès und Brigitte Bardot und wurde zu einer der gefragtesten Schauspielerinnen des Landes. In "Weekend" von Nouvelle-Vague-Regisseur Jean-Luc Godard spielte sie eine Hauptrolle, ihren bekanntesten Auftritt hatte sie 1972 in "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh" von Yves Robert.

Ab den 80er-Jahren war Darc nur noch in wenigen Filmen zu sehen. Nicht zuletzt eine Herzoperation und ein schwerer Verkehrsunfall sorgten dafür, dass sich die Schauspielerin zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückzog. Ein in Frankreich viel beachtetes Comeback konnte sie 1992 mit der Fernsehserie "Les C?urs brûlés" feiern.

1968 lernte Mireille Darc ihren Schauspielkollegen Alain Delon kennen, mit dem sie zwei Jahre später auch in "Borsalino" spielte. Die beiden wurden ein Paar und blieben rund 15 Jahre liiert. Angeblich scheiterte die Beziehung an Delons Kinderwunsch, den Darc aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht erfüllen konnte. Befreundet blieb das Paar aber bis zuletzt. Noch 2003 standen beide für die TV-Serie "Frank Riva" gemeinsam vor der Kamera. Nach der Trennung von Delon heiratete Darc zweimal, zuletzt 2002 den Architekten Pascal Desprez.


Quelle: teleschau – der Mediendienst