Ein Weltstar, der ganz klein angefangen hat, stand in der vierten Folge von "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" auf VOX im Mittelpunkt. Die jüngere Generation kennt zwar Marian Gold nicht namentlich, dafür aber definitiv die Hits seiner Band "Alphaville" wie "Forever Young" und "Big in Japan".

Marian Gold ist natürlich ein Künstlername, der Frontsänger ist in Herford geboren und heißt eigentlich Hartwig Schierbaum. Er schlug sich in den frühen 80er-Jahren ohne Wohnung und ohne Geld in Berlin durch und erzählte nun auf der weichen Sing meinen Song-Couch, dass er eine Karriere als Musiker eigentlich gar nicht geplant hatte. Dabei lernen wir viel über das Musikbusiness: Anders, als Formate wie "The Voice of Germany" oder "Deutschland sucht den Superstar" vorgaukeln, fangen Musiker in der Regel ganz unten an. Und bleiben da in der Regel auch.

Da gibt's kein Einstiegsgehalt, keinen Vorschuss. Vergangene Woche berichtete schon "Wir sind Helden"-Frontfrau Judith Holofernes, wie sie ihr erstes Geld als Straßenmusikerin verdiente. Alphaville-Sänger Marian Gold schälte Kartoffeln in einer Küche, als sein Song "Big in Japan" plötzlich zum Welthit wurde. "Wir hatten von Tuten und Blasen keine Ahnung", erinnert sich Gold bei "Sing meinen Song". Richtige Musiker seien er und seine Bandkollegen gar nicht gewesen. "Wir haben versucht, mit Musik zu malen." Wie gut, dass es Synthesizer gab.

Marian Gold übernachtete als junger Musiker in der U-Bahn

Als Gold 1981 nach Berlin kam, ahnte er wohl, dass hier der künstlerische Schmelztigel war, der ihn voranbringen würde. Für die deutsche Popmusik war das Berlin der 80er-Jahre das Schlaraffenland. Gold aber übernachtete erst einmal in der U-Bahn, weil er keine Wohnung hatte und Berlin im Winter schweinekalt ist.

Die Lösung: Besetzte Häuser, die es in dieser bewegten Zeit in Berlin zuhauf gibt und Marian Gold ein Dach über dem Kopf sichern. Sicher nicht der schlimmste Ort für einen jungen Kreativen – aber Golds Geschichte zeigt, wie schwierig das Überleben für junge Musiker sein kann. Heutzutage wohnen junge Künstler und Kreative in Berlin in WGs, weil sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten können. Und sie besetzen seit Neuestem wieder in großem Stil Häuser.

Das lustigste Geständnis kam von Revolverheld-Frontmann Johannes Strate

Für Gold war das Leben als Küchenaushilfe bald zu Ende, als schon der erste Song seiner Band weltweit durch die Decke ging. "Big in Japan" war ein Erfolg, und "Forever Young", der nächste Welthit, folgte direkt auf dem ersten Album. Sein Leben in der chaotischen Berliner Szene führte Gold weiterhin, davon zeugt sein Lied "Jet Set" von 1984. Judith Holofernes coverte den Song über Anarchie und Ungebundenheit bei "Sing meinen Song" auf Englisch – was für sie ungewöhnlich ist.

Rea Garvey sang "Big in Japan" in einer sehr coolen Rockversion – was für ihn überhaupt nicht ungewöhnlich ist. Mary Roos wiederum machte aus "I Die for You Today" eine wunderschöne Balade, für die Gold ihr zu Recht am Ende des Abends die Konfetti-Kanone als Siegestrophäe überreichte.

Das lustigste Geständnis des Abends machte Revolverheld-Frontmann Johannes Strate. Der 38-Jährige lief noch in Windeln herum, als Gold in Berlin seine Karriere startete, und erzählte bei "Sing meinen Song": Er hat zu Forever Young immer in der Kinderdisco getanzt.