Endlich der wohlverdiente Ruhestand! Tun und lassen können, wonach einem gerade ist. Wenn es doch so einfach wäre. Der 70-jährige Witwer Ben Whittaker (Robert De Niro) weiß mit seiner neu gewonnenen Freiheit wenig anzufangen, bis er eine ganz besondere Stellenanzeige entdeckt: Ein auf Mode spezialisierter Internethandel sucht Senior-Praktikanten! So beginnt die seicht-gefällige Feelgood-Komödie "Man lernt nie aus" (2015) von Regisseurin Nancy Meyers. Nachdem der Film hierzulande gut eine halbe Million Besucher in die Kinos lockte, kann man jetzt auch in einer Free-TV-Premiere bei SAT.1 über Generationenkonflikte und manches Missverständnis schmunzeln – zumindest ein bisschen.

Mit Elan macht sich Ben an das erste Bewerbungsvideo seines Lebens. Schon bald tritt er, der wahrlich vom alten Schlag ist und am ersten Arbeitstag in Anzug und Krawatte in der hippen Riesenfirma erscheint, seinen Dienst als persönlicher Assistent von Firmengründerin Jules Ostin (Anne Hathaway) an. Klar: Da kommt erst einmal zusammen, was nicht zusammenpasst.

Ursprünglich sollten die beiden Hauptrollen von Reese Witherspoon und Jack Nicholson übernommen werden. In beiden Fällen wurde nichts draus – womöglich war ihnen das Drehbuch samt seiner schwachen Figurenzeichnung etwas zu gefällig. Man amüsiert sich auf dem Sofa über das Aufeinanderprallen zweier ganz unterschiedlicher Welten. Am Ende hat man aber doch nur eine weitere Komödie von der Stange gesehen, und sogar De Niro hat Schwierigkeiten, in seiner Rolle nicht lächerlich zu wirken.

Nancy Meyers, die das Drehbuch selbst schrieb, lässt Jules beruflich und privat eine Krise durchstehen, die jedoch wie vieles in diesem Film in pseudomoderne Zuckerwatte eingepackt ist. Allmählich lernt sie Bens Lebens- und Berufserfahrung beziehungsweise das Herren-Stofftaschentuch des Kavaliers schließlich mehr und mehr zu schätzen. Schon bald wird er dem recht oberflächlichen Skript folgend ihr ziemlich bester Praktikant – und Freund.


Quelle: teleschau – der Mediendienst