"Wissen hoch 2" bei 3sat

"Neue Wildnis in Deutschland": 714.000 Hektar sollen sich selbst überlassen werden

von Andreas Schoettl

Zwei Prozent der Landesfläche soll in Wildnisgebiete umgewandelt werden. Doch noch fehlen einige tausend Quadratkilometer dazu, wie eine Doku bei 3sat zeigt.

3sat
Wissen hoch 2: Neue Wildnis in Deutschland
Dokumentation • 13.08.2020 • 20:16 Uhr

Gebiete, in denen die Natur noch wirklich Natur sein darf, sind selten geworden in Deutschland. Erhebungen belegen das: Nur 0,6 Prozent der gesamten Fläche im Bund sind Wildnis. Doch das soll sich ändern. Laut der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung sollen mindestens zwei Prozent der Landesfläche einer von menschlichen Nutzungen freien Entwicklung überlassen werden. Das entspricht einer Fläche von 714.000 Hektar.

Das Problem allerdings ist, noch fehlen rund 5.000 Quadratkilometer, um dieses hehre Ziel zu erreichen. Wie also Land und damit Wildnis gewinnen in einem ohnehin bereits dicht bebauten und besiedelten Bundesgebiet? Dieser Frage geht der Film "Wissen hoch 2: Neue Wildnis in Deutschland" von Axel Gomille nach.

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Eine Hoffnung liegt im Osten. Ehemalige militärische Sperrgebiete, die sich unter anderem auf den Flächen der Stiftung Naturlandschaft Brandenburg befinden, sollen sich selbst und damit der Natur überlassen werden. Eines der Ziele ist, die natürlichen Prozesse der Lebensraumdynamik wieder zu aktivieren. Erste Erfolge einer neuen Wildnis in Deutschland zeichnen sich bereits ab. So haben sich auf neu bewilderten Flächen, die zudem als Freiluftlabore dienen, die Bestände von bedrohten Tierarten wie den Seeadlern bereits erholen können. Und nach dem Wolf wandern nun sogar Elche wieder aus Polen nach Deutschland ein.

Im Anschluss an die Wissenschaftsdokumentation am Donnerstagabend bei 3sat diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema. Experten seiner Runde, die sich dem Thema "Die Illusion von Natur" ab 21 Uhr widmet, sind die Biologin und Zoologin Alexandra Maria Klein, Thomas Potthast, Professor für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften an der Eberhard Karls-Universität Tübingen sowie Christof Schenck, Biologe und Feldforscher. Scobels Fragen unter anderem sind, was "naturbelassen" tatsächlich bedeutet, was dafür zu tun ist und in welchen Zeiträumen man dabei denken und handeln muss.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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