Peter Heinrich Brix spielt die Hauptrolle Carl Sievers in der ZDF-Krimi-Reihe "Nord Nord Mord". Im Interview verrät er prisma, wie sich sein Charakter seit 2018 entwickelt hat.

Unseren Interviewtermin mussten wir verschieben, da Sie gerade mitten in den Dreharbeiten zu weiteren Filmen von "Nord Nord Mord" stecken. Sind Sie froh, dass Sie dieses Jahr doch noch so viel vor der Kamera stehen können?

Absolut. Ich bin dankbar, dass das alles so stattfinden kann. Den Dreh mussten wir von April zwar verschieben, aber drei Filme werden wir dieses Jahr insgesamt abdrehen können. Und ich weiß ja von Theater- und anderen Schauspielkollegen, wie schwierig die Situation aktuell ist. Als Schauspieler produziert man nur Luft, da ist man halt nicht systemrelevant...

Merken Sie denn am Set Einschränkungen durch Corona?

Eigentlich nicht, wir mussten auch nicht das Drehbuch anpassen. Wir drehen aber auch keine erotische Liebesschnulze, da ist das mit den Abständen einfacher. Lediglich in den Szenen auf dem Präsidium wird das etwas schwerer. Aber es funktioniert alles, und wir haben unsere Hygienemaßnahmen.

Sie verkörpern bereits seit Oktober 2018 den Ermittler Carl Sievers in "Nord Nord Mord". Wie würden Sie Ihre Charakterentwicklung beschreiben?

Sievers ist lockerer geworden, er hat sich auch kleidungstechnisch angepasst und ist nicht mehr ganz so stocksteif. Er weiß, dass er gute Kollegen an seiner Seite hat, auf die er sich verlassen kann. Natürlich ist er nach wie vor konservativ geprägt und ein extrem ehrgeiziger Ermittler. Und dann gibt es da noch diese eine Sache in seiner Vergangenheit, bei der der Zuschauer noch nicht genau weiß, was da vorgefallen ist. Aber dieses Erlebnis hat ihn in seinen Grundfesten erschüttert.

Steckt viel von Ihnen in Sievers' Persönlichkeit?

Diese Rolle wurde mir auf den Leib geschneidert, deshalb gibt es viele Parallelen. Wenn man etwas spielt, steckt da natürlich immer ein Stück der eigenen Persönlichkeit drin. Sonst wäre die Rolle bloß eine leere Hülle.

Welche Rolle würden Sie denn so gar nicht spielen wollen?

Das kann ich so gar nicht beantworten. Niemand kann alles spielen, das funktioniert einfach nicht. Klar haben viele lange Zeit nur den "Bullen" vom Großstadtrevier in mir gesehen und mich stark auf die Polizisten-Rolle festgelegt, aber ich habe ja auch schon andere Charaktere gespielt. Meine Rolle in "Neues aus Büttenwarder" fällt zum Beispiel völlig aus dem Rahmen. Generell bin ich dankbar, da zu sein, wo ich heute bin. Als ich mit 34 aus der Landwirtschaft kam und Schauspieler werden wollte, wurde ich belächelt. Seitdem habe ich es weit gebracht, wenn man bedenkt, dass ich so spät angefangen habe.

Im deutschen Fernsehen dominieren die Krimis. Sie schlüpfen häufig in die Ermittler-Rolle. Sind Sie diese Thematik irgendwann einmal leid?

Ich bin immer noch mit Freude bei der Sache. Das ist meiner Meinung nach auch das Wichtigste. Denn wenn man nicht gerne spielt, wird aus dem Schauspielen ein Schaustellen. Das ist peinlich und das will auch keiner sehen. Krimis sind nun mal beim Publikum beliebt, da kann ich doch froh sein, in einer Krimi-Reihe zur Primetime zu laufen.