"Äußerungen sind inakzeptabel"

RTL reagiert auf Video mit herabwürdigenden Aussagen

Der Van eines Drehteams von RTL wurde angegriffen, im Netz kursiert ein Video, in dem zu hören ist, wie im Wageninnern die Begriffe "Zigeuner", "Drecksviecher" und "Sch... Bullen" fallen. Der Sender distanziert sich.

Im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Angriff gegen ein TV-Team des Senders RTL am vergangenen Dienstag kursiert derzeit ein Video in den sozialen Netzwerken, das die Gemüter erregt: Darin wird nicht nur der Angriff auf den Wagen des Teams selbst, sondern auch die herabwürdigenden Aussagen in dessen Inneren dokumentiert. Nun hat der Sender RTL Stellung zu dem Vorfall genommen.

"Das sind die Zigeuner, die wir in Deutschland mit Hartz IV unterstützen", erklärt ein Mann aus dem Wageninneren in dem Video. Des Weiteren werden die Angreifer mehrfach als "Drecksviecher" bezeichnet. Zu einem späteren Zeitpunkt fragt eine RTL-Mitarbeiterin: "Wo bleiben die Sch...-Bullen, ey?" Während diese Aussagen auf Plattformen des rechten Milieus gefeiert werden, hagelte es bei Twitter Kritik: "Ich bin entsetzt: Ein RTL-Mitarbeiter bezeichnet die Angreifenden glatt als 'Zigeuner' und 'Drecksviecher'", schreibt etwa ein User.

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RTL selbst hat den Vorfall inzwischen in einer Stellungnahme kommentiert: Die herabwürdigenden Aussagen gegenüber den Minderheiten Sinti und Roma stammten demnach nicht von einem Sendermitarbeiter, sondern von einem Szene-Aussteiger, der für die Dreharbeiten ebenfalls im Wagen saß. "Diese Äußerungen sind inakzeptabel, die Redaktion distanziert sich aufs Schärfste davon und drückt ihr tiefes Bedauern aus", heißt es in dem Statement.

Den "despektierlichen Ausdruck in Bezug auf Polizeibeamte" begründet der Sender wie folgt: "Dieser Ausdruck fällt in der aufgeladenen Situation, in der ein Mann gerade den linken Seitenspiegel des Fahrzeugs abgetreten hat, zwei Notrufe abgesetzt wurden und immer mehr Personen aus dem Umfeld des Clans auf das Auto zugehen." Eine Entschuldigung für die Aussage sei dies aber nicht: "Selbst dies rechtfertigt jedoch nicht das verwendete Vokabular, weswegen die Redaktion und das Team selber die Polizei ausdrücklich um Entschuldigung bitten."

Der Vorfall ereignete sich im Zusammenhang mit Dreharbeiten eines Fernsehteams in Köln-Ostheim: Dieses recherchierte für einen Bericht über eine Großfamilie, bei der die Polizei im Juni Hausdurchsuchungen durchführte und Haftbefehle vollstreckt hatte. Die Gruppierung soll Senioren betrogen und um ihre Ersparnisse gebracht haben. Im Zuge der Dreharbeiten war der Van des Senders zunächst durch ein anderes Auto am Wegfahren gehindert worden. Anschließend war der Van durch Tritte beschädigt und dessen Insassen verbal angegriffen worden. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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