"Das wird wirklich hart"

Ständige Kontrolle: ZDF-Korrespondent zeigt den Corona-Alltag in China

von Christian Horwedel

Zwei Wochen war China-Korrespondent Ulf Röller in Wuhan, um sich ein Bild vom Alltag nach den Lockerungen zu machen. Ein erste Facebook-Beitrag des ZDF zeigt, wie China seine Bürger kontrolliert.

Totale Überwachung unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes: Bei "Lanz" hat Ulf Röller, Leiter des ZDF-Auslandsstudios Ostasien in Peking, am Dienstagabend nur davon erzählt, auf der Facebook-Seite von "ZDF heute" zeigt er jetzt die entsprechenden Bilder dazu. Sie lassen einen frösteln.

Zwei Wochen lang hielt Röller sich in Wuhan auf, der chinesischen Stadt, in der sich das Virus auf den Menschen übertragen haben soll, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu verschaffen. Im Video spricht er davon, wie mit der Öffnung der Stadt die massiven Kontrollen und die totale Überwachung eingesetzt haben. Selbst im Hotel werden ständig seine Temperatur gemessen und die Handydaten verlangt, um ein lückenloses Bewegungsprofil erstellen zu können. Nur wer einen grünen Code vorweisen kann, dürfe demnach das Hotel verlassen und beispielsweise zum Einkaufen gehen.

Noch krasser sind die Bilder, die Röller bei seiner Rückkehr nach Peking zeigen. Bereits am Bahnhof muss er seinen Corona-Test vorlegen, ebenso beim Betreten seiner Wohnanlage, die vollständig abgeriegelt zu sein scheint. Ein Mann im Ganzkörper-Schutzanzug begleitet ihn bis vor die Wohnungstür, die 24 Stunden lang von einer Videokamera beobachtet wird. 14 Tage lang darf er nicht vor die Tür, die Einkäufe erledigen andere für ihn. Zweimal am Tag muss er seine Temperatur messen und an die Chefin der Wohnsiedlung schicken – alles über 37 Grad sei kritisch, sagt er!

Am Ende des Videos berichtet Röller vom neuesten Gerücht in der Stadt, laut dem die Quarantäne auf drei Wochen ausgedehnt werden soll, weil bei einigen Menschen die Krankheit wohl erst nach 14 Tagen ausgebrochen sei. "Das wird wirklich hart", sagt er zum Abschied nach durchaus beeindruckenden knapp drei Minuten.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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