Wegen sexueller Belästigung wurde ein Kandidat der amerikanischen TV-Show "Survivor" aus der Sendung entfernt. Der Sender habe viel zu spät reagiert, sagen Kritiker.

Grapsch-Skandal in der US-Reality-Show "Survivor": Eine Teilnehmerin hatte schon am zweiten Produktionstag darüber geklagt, von einem Mitstreiter, einem Talent-Manager aus Hollywood, unsittlich berührt worden zu sein. Die Verantwortlichen nahmen ihn indes erst nach 36 Tagen und weiteren Vorfällen aus der Show. Nun hat der US-Sender CBS neue Regeln für den Umgang mit solchen Vorfällen erlassen.

Man hätte anders reagieren müssen und wolle es in Zukunft besser machen, heißt es in einem Statement des Senders. Künftig werde es jemanden geben, an den sich die Teilnehmer bereits während der Dreharbeiten vertrauensvoll wenden können. Die Show werde bereits im Vorfeld Teilnehmer, Produzenten und Crew noch besser darin schulen, wie man jegliche Arten von Belästigung vermeiden könne. Zudem wird in der Show eine neue Regel eingeführt, die jegliche Form der sexuellen Belästigung untersagt. Auf diese Regel werde künftig bereits beim Casting deutlich hingewiesen.

Der auffällig gewordene Teilnehmer hat die Belästigung inzwischen zugegeben und sich für sein Fehlverhalten entschuldigt: "Ich habe in meinem Leben immer versucht, andere mit Anstand und Freundlichkeit zu behandeln. Ich hoffe, dass mir mein Fehlverhalten dabei helfen kann, es in Zukunft wieder gut zu machen und der Vater, Ehemann, Kollege und Freund zu sein, der ich immer sein wollte."

Die "Survivor"-Show läuft seit über 20 Jahren im US-Fernsehen. Das aktuelle Staffelfinale in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird zum ersten Mal in der Geschichte der Show zeitversetzt ausgestrahlt. Der deutsche Ableger von "Survivor" ging gerade bei VOX zu Ende und stieß bei den Zuschauern auf nur wenig Interesse. Trotz enttäuschender Publikumsresonanz von zuletzt weniger als einer halben Million Zusehern behielt der Kölner Sender die Reality-Show über die volle geplante Staffellänge im Programm.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH