Die TV-Verfilmung von "Unterm Birnbaum" kleidet Fontanes Erzählung gekonnt in ein modernes Gewand und beweist, dass das Werk bis heute nicht an Bedeutung und Intensität verloren hat.

Mit "Unterm Birnbaum" ist Top-Regisseur Uli Edel etwas Spannendes gelungen. Er verwandelt Theodor Fontanes gleichnamige Novelle über das Ehepaar Hradscheck in ein zeitloses Kriminaldrama. Ob im Original eine Kutsche oder im Film eine Limousine versenkt wird, das macht am Ende – 134 Jahre später – nur einen kleinen Unterschied aus. Warum soll auch das, was den Menschen im Innersten mit seinen Hoffnungen, Ängsten und Abgründen antreibt, damals so viel anders gewesen sein als heute?

Die Filmhandlung: Abel und Ursel Hradscheck (glänzend gespielt von Fritz Karl und Julia Koschitz) betreiben ein Landhotel im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht, man lebt dennoch über seine Verhältnisse. Julia Koschitz und Fritz Karl spielen zwei "Süchtige", die ihr Glück suchen: er im Pokerspiel, sie im Online-Shopping. Als Abel bei Gartenarbeiten das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan. Mit seiner Frau arrangiert er den "perfekten Mord" an seinem Gläubiger.

"Wir blicken hier auf das Dilemma zweier Menschen, die einander nicht guttun", sagt Julia Koschitz. Im Film heißt es an einer Stelle: "Wenn man sich erstmal vom Geld leiten lässt, ist man verloren." Fritz Karls eigenes Verständnis von Reichtum ist weiter gefasst: "Familie, Gesundheit, ein erfülltes Leben und die Fähigkeit, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen – ich glaube, das ist wirklich großer Reichtum", so Karl.

Das ZDF zeigt den Film am Montag, 30. Dezember, um 20.15 Uhr. Bei ARTE ist er bereits am 27. Dezember ebenfalls um 20.15 Uhr als Vorpremiere zu sehen.