Inspector Barnaby muss im ersten von sechs neuen Fällen das Geheimnis um eine "Bierleiche" aufklären, die im Bierkessel einer Brauerei vor sich hin köchelt.

Ein "Bierleiche" beispielsweise bei einem Volksfest hat wohl jeder schon mal gesehen. Das Bild, das sich Inspector Barnaby (Neil Dudgeon) im ersten von sechs neuen Fällen jedoch zeigt, ist erschütternder als alles, was man unter diesem Begriff sonst so kennt: Im Braukessel einer kleinen Privatbrauerei in Causton Abbey köchelt eine echte Leiche vor sich hin. Die neue Gerichtsmedizinerin Fleur Perkins (Annette Badland), eine ältere kaum nahbare Gestalt mit Haaren auf den Zähnen, bemerkt dazu nur: "Tod durch schwere Verbrühung. Er ist im Grunde ein Tafelspitz. Er wurde nur noch von der Kleidung zusammengehalten." So sind sie, die Briten. Die neuen Folgen des sanfthumorigen, betont altmodischen Krimis, die nun immer sonntags, 22.15 Uhr, im Zweiten zu sehen sind, beginnen mal wieder mit einem äußerst skurrilen Ableben.

Doch der "Mord nach altem Rezept", so der passende Titel der Episode, bleibt nicht die einzige Grausamkeit in der Grafschaft Midsomer. Barnaby und Sergeant Jamie Winter (Nick Hendrix) stoßen auf eine weitere Leiche. Eine Frau wurde mit gabelartigen Brauwerkzeug aus dem Mittelalter aufgespießt. Dieser Mord führt zurück zu einem Fluch, der vor beinahe 500 Jahren von einem Mönch ausgesprochen wurde. Ist er tatsächlich immer noch wirksam?

"Inspektor Barnaby" darf man auch in einer 20. Staffel getrost als Relikt alter englischer Krimikultur begreifen. Morde passieren in dem seit 1997 produzierten Format gerne in der besseren englischen Gesellschaft und zwischen grünen Hügeln, alten Herrenhäusern und auf sattgrünen Rasenflächen. Die meisten Episoden werden in Dörfern südenglischer Grafschaften gedreht. Die Schauwerte sind entsprechend. Bis 2012 spielte John Nettles den titelgebenden Ermittler. Nach dessen Eintritt in den Ruhestand übernahm dessen Neffe, gespielt von Neil Dudgeon.


Quelle: teleschau – der Mediendienst