"Die Geschichte von einem Weg um die Welt"

"Weit": 100.000 Kilometer Abenteuer

von Jasmin Herzog

Ein Paar reist dreieinhalb Jahre lang um die Welt. Die Doku über die lange Reise wurde zum Überraschungserfolg an den Kinokassen. Nun ist sie bei 3sat zu sehen – und weckt im Corona-Lockdown das Fernweh.

3sat
Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt
Dokumentation • 01.02.2021 • 22:37 Uhr

Wie weit ist "weit" eigentlich genau? Im Falle von Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier: fast 100.000 Kilometer. Eine solche Strecke hat das Paar innerhalb von dreieinhalb Jahren absolviert – zu Fuß, per Anhalter, im Bulli, via Schiff ... Nur auf Flugzeuge haben die beiden bewusst verzichtet. 2013 sind sie im Schwarzwald gestartet. Nach Osten wollten sie. Und zwar so lange, bis sie wieder aus dem Westen in die Heimat kommen. Diese Grundidee artikulieren sie gleich am Anfang ihrer spektakulären Reisedoku "Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt" (jetzt als Wiederholung auf 3sat zu sehen). Und ihnen ist Erstaunliches gelungen: ein mitreißendes Werk, das Fernweh entfacht – gerade in der gegenwärtigen Lage in der Coronakrise. Gleichzeitig wird der Dokumentarfilm mit seinem unvoreingenommenen und tiefen Eintauchen in fremde Kulturen zum Friedensmanifest.

Kaleidoskopartig entwerfen Weisser und Allgaier einen faszinierenden Blick auf die Schönheit dieser Welt. Sie begegnen allerlei Menschen, erleben Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Sind einsam, verloren und mittendrin. Im Himalaya, in den Steppen der Mongolei, im Dschungel Mittelamerikas. Und immer eröffnen sie völlig neue Perspektiven auf Länder, Sitten und Einwohner – Gänsehautmomente inklusive.

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Persönlich gefärbte Dokumentationen laufen immer Gefahr, pseudo-intellektuell und unsympathisch rüberzukommen. Doch hier wird dem Zuschauer schnell klar, dass Authentizität an erster Stelle steht. Dem Paar liegt etwas an diesem erstaunlichen Planeten und seinen wundervollen Bewohnern. Man hätte sich lediglich gewünscht, etwas mehr über die beiden Weltenbummler zu erfahren.

Ursprünglich waren die Bewegtbildaufnahmen nur für einen Videoblog und als persönliches Erinnerungsstück vorgesehen. Mittels Crowdfunding entstand jedoch der vorliegende Film – und ein Buch gleich dazu. 2017 avancierte "Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt" dann zum unerwarteten Publikumshit und erhielt den Sonderpreis "Kinophänomen des Jahres".

Zunächst einmal ist die physische Leistung der Reisenden beachtlich. Doch auch der künstlerische Aspekt verdient Anerkennung. Denn was Weisser und Allgaier als Filmemacher vollbringen, ist weit entfernt von einer simplen Aneinanderreihung von Reisememoiren. Ständig stehen spannende Menschen, Orte und Geschichten im Mittelpunkt. Gefahren, Risiken und Probleme werden dabei nicht ausgeklammert. Wie wird die Reise weitergehen, als sich unerwartet Nachwuchs ankündigt? "Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt" hält so manche Überraschung parat.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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