Vielseitiger Schauspieler

Christoph Maria Herbst wird 60: So stark hat sich der Darsteller verändert

09.02.2026, 14.39 Uhr
Seit 30 Jahren begeistert Christoph Maria Herbst als Schauspieler. Am 9. Februar feiert der vielseitige Darsteller seinen 60. Geburtstag.

Am 9. Februar feiert er seinen 60. Geburtstag: Christoph Maria Herbst gehört zu den wandelbarsten Schauspielern Deutschlands, und das darf wörtlich verstanden werden. Herbst sieht mit jeder Rolle anders aus, weil er sich gerne auch optisch an die jeweilige Rolle anpasst. Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, immerhin gehört zum Beruf eines Schauspielers, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen, ist es leider nicht immer. Der Starstatus des Darstellers und sein Image überstrahlen mitunter schon mal die Rolle, die er spielt.

Herbst kann vielleicht am besten ein Liedchen davon singen. Seine berühmteste Rolle, der nie um ein Fettnäpfchen verlegene Abteilungsleiter einer Versicherungsgesellschaft, Bernd Stromberg, wurde zugleich seine schwerwiegendste. Sie prägte sein Image als Schauspieler, sorgte dafür, dass er in eine Schublade gesteckt wurde und sogar, dass er, der Darsteller, mit dem Seriencharakter in einen Topf geworfen wurde. Stromberg war wie Herbst, so die Denke, und Herbst wie Stromberg. Die Rolle verfolgt ihn so beharrlich, dass er sich schon mal einfangen lässt. Bald nach dem Ende von "Stromberg" 2012 spielte Herbst die Figur in einen Kinofilm, 2025 kam mit "Stromberg – Wieder alles wie immer" eine erneute Fortsetzung ins Kino.

Von Stromberg verfolgt

Auf der Flucht vor der "Rolle seines Lebens" befindet sich Herbst schon lange. "Unterschiedliche Charaktere zu spielen ist eine große Bereicherung für mich. Es ist das, was ich immer wollte", sagte er 2015 im Gespräch mit der Nachrichtenagentur teleschau. Und verwies auf ein Paradebeispiel: die ARD-Produktion "Besser als du", in der er zwei "sehr unterschiedliche Figuren" spielte. Es seien Charaktere, fügte er hinzu, die von Stromberg "meilenweit entfernt" waren.

"Meilenweit entfernt" von seiner berühmtesten Rolle war auch manch andere Figur, die er nach der Erfolgsserie spielte. Der Pirat Pokka in den "Wickie"-Kinderfilmen etwa. Oder der König Julius CXI. in der Hörspielverfilmung "Hui Buh – Das Schlossgespenst". Der Literaturprofessor Stephan Berger, der sich in "Der Vorname" mit seinen Verwandten darüber streitet, ob man ein Kind heute Adolf nennen darf. Ja, auch ihn, Adolf Hitler, hat Herbst schon gespielt oder besser: parodiert. In den "Der Wixxer" heißt seine köstliche Hitler-Verballhornung Alfons Hatler.

Spielwiese Fernsehen

Was aber immer wieder auf seinem Tisch landet, das sind Angebote vom Fernsehen. Dieses Standbein behält Herbst fest am Boden. Zu erfolgreich ist er schließlich als TV-Darsteller, zu talentiert auch und zu überbordend, um dem Metier den Rücken zu kehren. Außerdem hat er dem Fernsehen viel zu verdanken. Hier erlebte er Ende der 1990er-Jahre, mit der Comedy-Sendung "Sketchup – The Next Generation", seinen Durchbruch. Hier feierte er auch danach noch viele Erfolge. "Stromberg", das ist für ihn nicht nur Fluch, sondern auch Segen.

Nicht zuletzt kann Herbst beim Fernsehen seinen Wunsch nach Vielseitigkeit ausleben. Das Medium ist für ihn eine weitere Bühne, neben dem mitunter doch etwas eintönigen deutschen Kino, auf der er seine Grenzen als Schauspieler und Komiker verschieben kann. Und wo er finden kann, wonach er sucht, und abhängen kann, was ihn verfolgt: "Ich möchte", sagte er im genannten teleschau-Interview, "nicht nur für die Humorfarbe Sarkasmus und Zynismus stehen. Dafür kann ich zu viel". Wie wahr – wenngleich das auch Bernd Stromberg hätte sagen können.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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