"Daredevil: Born again" ist das Beste, was Marvel zu bieten hat
Der Neustart hat "Daredevil" gutgetan: Nachdem Marvels blinder Superanwalt Matt Murdock (Charlie Cox) im vergangenen Jahr nach siebenjähriger Zwangspause bei Disney+ die Arbeit wieder aufgenommen hat, folgt ab 25. März die zweite Staffel von "Daredevil: Born Again". Die acht neuen Episoden sind noch beklemmender, gewalttätiger und näher an einer düsteren Wirklichkeit, in der nur noch das Recht des Stärkeren gilt.
Nein, viel Fantasie braucht es nicht, um in New York unter Bürgermeister Wilson Fisk alias Kingpin (Vincent D'Onofrio) Parallelen zur aktuellen Lage der Nation zu erkennen. Das war schon in der ersten Staffel so. Fisk ist narzisstisch, dreist, zum Äußersten bereit - und unerbittlich darin, seine Interessen durchzusetzen.
Vielleicht war man vor einem Jahr noch überrascht von der Brutalität und Willkür, mit der eine hochgerüstete Task Force gegen (vermeintliche) Vigilantes vorgeht und sich dabei für nichts rechtfertigen muss. Das passte zwar in den Kontext der Serie, doch mittlerweile weiß man, dass es auch eine Prophezeiung war. Dass unerwünschte Menschen regelrecht gejagt und ohne ordentlichen Gerichtsprozess weggesperrt werden, gehört in den USA zum Alltag, egal ob die Behörden AVTF (Anti Vigilante Task Force) oder ICE heißen.
Widersehen mit einer alten Bekannten
Dass er New York nur retten kann, wenn er seinen inneren Dämonen Daredevil freilässt, hat Matt Murdock längst begriffen. Sein Kampf gegen Fisk ist auch ein Kampf um die Stadt und um die Zukunft ihrer Bewohner. Doch wie kann man jemanden in Schach halten, der sich an keine Regeln hält? Der unvorhersehbar agiert? Der trotzig und dem sein Ego wichtiger ist als alles andere?
In der erstaunlich unverblümten zweiten Staffel von "Daredevil: Born Again" muss nicht nur Murdock seine düsteren Impulse kontrollieren: Alle Figuren taumeln, sind auf die eine oder andere Weise angeschlagen - und müssen Konsequenzen tragen. Doch was die Serie so besonders macht: Auch wenn sie sich mit großen Themen wie Entmenschlichung, Vergeltung und Gnade auseinandersetzt, verliert sie nie die intimen Momente ihrer Figuren aus den Augen.
Was Hoffnung macht: Daredevil ist nicht allein. Seine alte Freundin Karen Page (Deborah Ann Woll) spielt eine größere Rolle in der zweiten Staffel, und mit der wunderbaren Anti-Heldin Jessica Jones (Krysten Ritter) gibt es ein unerwartetes Wiedersehen und schlagkräftige Unterstützung. Nicht zuletzt beginnen einige Menschen dann doch, zu hinterfragen, ob sie sich moralische Bequemlichkeit auf Kosten anderer weiterhin leisten wollen.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH