Free-TV-Premiere der Tragikomödie

"Bis es mich gibt": Skurriler Blick auf Licht und Schatten des Showgeschäfts

07.07.2024, 07.55 Uhr
von Maximilian Haase

Ein depressiver Entertainer aus der bayerischen Provinz soll die großen Bühnen erobern: 'Bis es mich gibt' von Sabine Koder zeigt die skurrilen Seiten des Showgeschäfts. Die Free-TV-Premiere läuft im Rahmen der ARD Debüt-Reihe.

ARD
ARD Debüt: Bis es mich gibt
Tragikomödie • 08.07.2024 • 00:20 Uhr

Tour durch die bayerischen Dorfkneipen

Von "Lammbock" über "Die fetten Jahre sind vorbei" bis "Mängelexemplar": Schon seit 2001 zeigt das Erste in seiner "Debüt"-Reihe sehenswerte Erstlingswerke junger deutschsprachiger Filmemacherinnen und Filmemacher, die nicht selten später große Erfolge feierten. Auch in diesem Sommer darf sich das Publikum jeweils spätabends am ersten Sonntag im Monat von der aktuellen Qualität des hiesigen Kinos überzeugen. Und unter anderem davon, dass Deutschland nicht nur Krimis, sondern auch Tragikomödien kann: Das beweist etwa das humorvolle Debüt "Bis es mich gibt" von Regisseurin Sabine Koder, die auch das überaus skurrile Drehbuch verfasste. Es geht um einen Entertainer aus der bayerischen Provinz, der trotz seiner depressiven Anflüge das Showbusiness aufmischen soll. Das Erste zeigt den Film nun als Free-TV-Premiere.

Johannes Dullin spielt den trotz Bühnenpräsenz leicht zu verunsichernden Sänger Ricky Sokatoni, der in seinem Dorf Schrofhausen bereits als Star gilt. Doch das ist seiner Schwester und Managerin nicht genug: Die von der Dresdner "Tatort"-Kommissarin Karin Hanczewski resolut verkörperte Tanja Freitag will mit ihrem Bruder die ganz großen Bühnen erobern. Obwohl er unter schlimmstem Lampenfieber leidet, lässt sich Ricky zu einer großen Tournee überreden, die ihn an die Spitze des Showgeschäfts katapultieren soll. Keinen geringen Anteil daran hat seine heißgeliebte, doch leider bereits verstorbene Mutter. Die nämlich war in den 1990er-Jahren selbst ein TV-Sternchen und sah in ihrem Sohn selbstverständlich immer etwas ganz Besonderes. Und wer will der (zumal toten) lieben Mama, dargestellt in Rückblicken von Petra Morzé und Michaela Schausberger zu verschiedenen Zeiten ihrer Karriere, widersprechen?

Also begeben sich Ricky und Tanja auf eine skurrile Tour durch die bayerischen Dorfkneipen und Feste; voller Melancholie, Suff und bizarrer Gestalten. Darunter auch die wild performende Ballermannkönigin Hanna Salami, herrlich gespielt von Comedy-Expertin Gisa Flake. Doch passt der zurückhaltende Ricky wirklich in diese Welt aus gigantischen Egos und zerplatzten Träumen? Das Lügenkonstrukt seiner Schwester wird immer wackliger, und für das ambitionierte Geschwisterpaar droht alles vollends aus dem Ruder zu laufen.

ARD Debüt: Bis es mich gibt – So. 07.07. – ARD: 00.05 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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