Miniserien sind wie gemacht für graue Tage: Sie erzählen abgeschlossen, lassen Figuren trotzdem Raum und verlangen keine monatelange Bindung. Das passt zu Wochenenden, an denen draußen wenig lockt und drinnen genug Zeit bleibt.
Im April 1986 explodiert Reaktor 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion. Der Wissenschaftler Waleri Legassow (Jared Harris), die Physikerin Ulana Chomjuk (Emily Watson) und der Funktionär Boris Schtscherbina (Stellan Skarsgard) müssen die Folgen der Katastrophe erfassen, während Behörden und Parteistrukturen das Ausmaß zunächst herunterspielen. Die Serie folgt Arbeitern, Feuerwehrleuten, Medizinern und Funktionären. Sie zeigt, wie technische Fehler, politische Angst und Vertuschung zu einer Krise führen, deren Folgen weit über das Kraftwerk hinausreichen.
Die HBO-Produktion wurde von Kritik und Publikum als ungewöhnlich präzise und eindringliche Aufarbeitung eines historischen Unglücks aufgenommen. Gelobt wurden vor allem Drehbuch, Ausstattung, Musik und das zurückgenommene Spiel von Jared Harris und Stellan Skarsgard. Bei den Primetime Emmy Awards gewann die Serie unter anderem als beste Miniserie, außerdem erhielt sie Auszeichnungen bei den Golden Globes und den BAFTA TV Awards.
Die Waise Beth Harmon (Anya Taylor-Joy) wächst in den 1950er-Jahren in einem Heim in Kentucky auf. Dort entdeckt der Hausmeister Mr. Shaibel (Bill Camp) ihr Talent für Schach. Beth entwickelt sich zu einer außergewöhnlichen Spielerin, kämpft aber zugleich mit Suchtproblemen und den Folgen ihrer Kindheit. Später wird sie von Alma Wheatley (Marielle Heller) adoptiert und reist zu Turnieren in den USA und Europa. Ihr Ziel ist der Wettkampf gegen die besten Spieler der Welt, vor allem gegen den sowjetischen Großmeister Wassili Borgow (Marcin Dorocinski).
Die Netflix-Miniserie wurde zu einem weltweiten Überraschungserfolg und sorgte auch außerhalb der Serienwelt für neues Interesse am Schach. Besonders hervorgehoben wurden Anya Taylor-Joys Hauptrolle, die klare visuelle Gestaltung und die Fähigkeit, Schachpartien für ein breites Publikum spannend zu erzählen. Bei den Emmys gewann die Produktion den Preis als beste Miniserie. Auch bei den Golden Globes war sie erfolgreich.
Detective Mare Sheehan (Kate Winslet) ermittelt in einer Kleinstadt in Pennsylvania im Mord an der jungen Erin McMenamin (Cailee Spaeny). Gleichzeitig ist ein anderes Mädchen seit Monaten verschwunden, was den Druck auf die Polizei erhöht. Mare kennt viele Beteiligte persönlich, darunter Erins Umfeld, ihre eigene Familie und alte Freunde aus der Gemeinde. Ihr Privatleben ist von Trauer, Streit und Schuldgefühlen geprägt. Während die Ermittlungen neue Verdächtige hervorbringen, gerät Mare auch beruflich an Grenzen.
Die Serie wurde vor allem für ihre dichte Milieuschilderung, die sorgfältige Figurenzeichnung und Kate Winslets Leistung gelobt. Sie vermeidet den schnellen Sensationskrimi und legt großen Wert auf Beziehungen, Trauer und die Belastung einer kleinen Gemeinschaft. Bei den Primetime Emmy Awards wurden Kate Winslet, Evan Peters und Julianne Nicholson für ihre Darstellungen ausgezeichnet. Auch die Balance aus Kriminalfall und Familiendrama fand viel Anerkennung.
Der Student Nasir Khan (Riz Ahmed) nimmt heimlich das Taxi seines Vaters und fährt durch New York. Nach einer Begegnung mit Andrea Cornish (Sofia Black-D'Elia) verbringt er die Nacht in ihrer Wohnung. Als er später aufwacht, ist Andrea tot. Naz kann sich an vieles nicht erinnern und wird festgenommen. Der Anwalt John Stone (John Turturro) übernimmt seine Verteidigung. Die Serie verfolgt den Mordfall, die Ermittlungen, den Alltag im Gefängnis und die Arbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Verteidigung.
Die HBO-Miniserie wurde als konzentrierter Blick auf das amerikanische Justizsystem gewürdigt. Kritiker lobten die nüchterne Erzählweise, die genaue Beobachtung von Ermittlungsroutinen und die Leistungen von Riz Ahmed und John Turturro. Riz Ahmed gewann für seine Rolle einen Emmy. Die Serie wurde außerdem für ihre Darstellung von Vorurteilen, Haftbedingungen und Verfahrenslogik beachtet, ohne den Fall auf einfache Antworten zu reduzieren.
Esty Shapiro (Shira Haas) lebt in einer streng chassidischen Gemeinde im New Yorker Stadtteil Williamsburg. Ihre Ehe mit Yanky Shapiro (Amit Rahav) wurde arrangiert, und die Erwartungen an sie sind klar vorgegeben. Esty fühlt sich in dieser Umgebung zunehmend eingeengt und flieht nach Berlin. Dort trifft sie auf junge Musikerinnen und Musiker, die ihr einen anderen Lebensentwurf zeigen. Gleichzeitig reisen Yanky und Moishe Lefkovitch (Jeff Wilbusch) nach Deutschland, um sie zurückzuholen. Esty muss entscheiden, wie viel Abstand sie zu ihrer Herkunft gewinnen kann.
Die deutsch-amerikanische Miniserie wurde international stark beachtet. Besonders Shira Haas erhielt viel Lob für ihre kontrollierte und zugleich verletzliche Darstellung. Die Serie überzeugte viele Kritiker durch ihre klare Inszenierung und den respektvollen Umgang mit einer abgeschotteten religiösen Lebenswelt. Regisseurin Maria Schrader gewann für ihre Arbeit einen Emmy. Auch Ausstattung, Kostüme und Sprache wurden häufig hervorgehoben.
Fünf Jugendliche aus Harlem werden 1989 nach einem Angriff auf eine Joggerin im Central Park verhaftet. Kevin Richardson (Asante Blackk), Antron McCray (Caleel Harris), Yusef Salaam (Ethan Herisse), Raymond Santana (Marquis Rodriguez) und Korey Wise (Jharrel Jerome) geraten unter massiven Druck von Ermittlern. Die Serie zeigt Verhöre, Gerichtsverfahren, Haft und die Folgen für die Familien. Sie begleitet die Jungen über Jahre hinweg und macht sichtbar, wie ein Strafverfahren ihr Leben verändert.
Ava DuVernays Vierteiler wurde als eindringliche Auseinandersetzung mit Justizirrtum, Rassismus und medialer Vorverurteilung wahrgenommen. Die Kritiken lobten besonders die Ensembleleistung und die ruhige, konsequente Perspektive auf die Betroffenen. Jharrel Jerome gewann einen Emmy für seine Darstellung des erwachsenen Korey Wise. Die Serie löste nach ihrer Veröffentlichung erneut öffentliche Debatten über den Fall der sogenannten Central Park Five aus.
In einer Bergbauregion Virginias verschreibt der Arzt Dr. Samuel Finnix (Michael Keaton) seinen Patienten das Schmerzmittel OxyContin. Vertreter von Purdue Pharma bewerben das Medikament als wirksam und angeblich nur in geringem Maß abhängig machend. Während Patientin Betsy Mallum (Kaitlyn Dever) zunehmend in die Sucht rutscht, untersuchen Staatsanwälte, Ermittler und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden die Vermarktung des Präparats. Die Serie springt zwischen Konzernbüros, Arztpraxen, Familien und Ermittlungsakten.
Die Miniserie wurde für ihren verständlichen Blick auf die amerikanische Opioidkrise gelobt. Sie verbindet persönliches Drama mit einer breiteren Darstellung von Pharma-Marketing, Behördenversagen und juristischer Aufarbeitung. Michael Keaton erhielt für seine Rolle unter anderem einen Emmy und einen Golden Globe. Auch Kaitlyn Dever und das Ensemble wurden in vielen Kritiken hervorgehoben.
Jimmy Keene (Taron Egerton) wird wegen Drogenhandels zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Das FBI bietet ihm einen gefährlichen Deal an: Er soll in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt werden und dort das Vertrauen des mutmaßlichen Serienmörders Larry Hall (Paul Walter Hauser) gewinnen. Ermittlerin Lauren McCauley (Sepideh Moafi) und Bundesanwalt Edmund Beaumont (Robert Wisdom) hoffen auf ein Geständnis oder Hinweise auf weitere Opfer. Jimmy muss sich in einer unberechenbaren Umgebung behaupten und darf seine wahre Aufgabe nicht verraten.
Die Apple-Serie wurde als spannendes True-Crime-Drama mit starken Darstellerleistungen aufgenommen. Paul Walter Hauser erhielt besonders viel Anerkennung für seine unheimlich ruhige Darstellung von Larry Hall und gewann dafür einen Golden Globe. Taron Egerton überzeugte viele Kritiker durch die Mischung aus Selbstüberschätzung, Angst und wachsendem moralischem Druck. Die Serie profitierte zudem von ihrer konzentrierten Länge und der klaren Gefängnisatmosphäre.
Die Journalistin Camille Preaker (Amy Adams) kehrt in ihre Heimatstadt Wind Gap in Missouri zurück, um über den Mord an einem Mädchen und das Verschwinden eines weiteren Kindes zu berichten. Dort trifft sie auf ihre kontrollierende Mutter Adora Crellin (Patricia Clarkson), ihre Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) und Detective Richard Willis (Chris Messina). Camille kämpft mit Alkoholproblemen und alten Verletzungen, während die Ermittlungen tiefer in die verschlossene Stadtgemeinschaft führen.
Die HBO-Miniserie wurde für ihre bedrückende Atmosphäre, die präzise Bildgestaltung und das Zusammenspiel von Amy Adams und Patricia Clarkson gelobt. Jean-Marc Vallées Regie arbeitet stark mit Erinnerungsfragmenten und Details der Umgebung. Patricia Clarkson gewann für ihre Rolle einen Golden Globe. Die Serie wurde außerdem für Schnitt, Musikverwendung und die konsequente Umsetzung von Gillian Flynns Roman gewürdigt.
Der Gesetzlose Frank Griffin (Jeff Daniels) sucht im Westen der USA nach seinem früheren Schützling Roy Goode (Jack O'Connell). Roy hat sich nach einem Verrat in das Bergbaustädtchen La Belle geflüchtet, in dem nach einem Minenunglück vor allem Frauen leben. Alice Fletcher (Michelle Dockery) nimmt ihn auf ihrer abgelegenen Ranch auf. Während Sheriff Bill McNue (Scoot McNairy) und die Bewohnerinnen eine Konfrontation fürchten, rückt Griffin mit seiner Bande näher. Der Konflikt zwingt La Belle zur Vorbereitung auf Gewalt.
Die Netflix-Miniserie wurde als sorgfältig ausgestatteter Western mit ungewöhnlichem Schauplatz gelobt. Besonders die Besetzung von Jeff Daniels, Merritt Wever und Michelle Dockery fand viel Zustimmung. Daniels und Wever gewannen Emmys für ihre Nebenrollen. Die Serie verbindet klassische Westernelemente mit einem Blick auf eine Gemeinschaft, die nach Verlust und wirtschaftlichem Druck um ihr Überleben kämpft.
Charles Sobhraj (Tahar Rahim) bewegt sich in den 1970er-Jahren auf dem sogenannten Hippie Trail in Asien. Gemeinsam mit Marie-Andrée Leclerc (Jenna Coleman) und Ajay Chowdhury (Amesh Edireweera) nimmt er Reisende ins Visier, nutzt falsche Identitäten und entzieht sich lange der Polizei. Der niederländische Diplomat Herman Knippenberg (Billy Howle) wird durch das Verschwinden zweier Landsleute auf den Fall aufmerksam. Seine Recherchen führen ihn zu einem Netz aus Täuschung, Gewalt und Behördenversagen.
Die britische Miniserie wurde für ihre Ausstattung, die Zeitsprünge und Tahar Rahims kontrollierte Darstellung eines schwer greifbaren Täters beachtet. Die Serie verbindet Krimispannung mit einem klaren historischen Rahmen und vermeidet dabei einen rein reißerischen Zugang. Einige Kritiken sahen die verschachtelte Erzählweise als fordernd, würdigten aber die starke Atmosphäre und den präzisen Blick auf internationale Ermittlungsprobleme.
Grace Marks (Sarah Gadon) sitzt im Kanada des 19. Jahrhunderts wegen Mordes im Gefängnis. Sie soll gemeinsam mit James McDermott (Kerr Logan) ihren Arbeitgeber Thomas Kinnear (Paul Gross) und dessen Haushälterin Nancy Montgomery (Anna Paquin) getötet haben. Jahre später untersucht der Arzt Simon Jordan (Edward Holcroft) ihren Fall. In Gesprächen mit Grace versucht er zu klären, ob sie schuldig, traumatisiert oder Opfer einer unvollständigen Wahrheit ist. Ihre Erinnerungen führen zurück in eine Welt aus Dienstbotenarbeit, Abhängigkeit und Gewalt.
Die kanadische Miniserie wurde für ihre ruhige Erzählweise und Sarah Gadons Hauptrolle gelobt. Viele Kritiken hoben hervor, wie die Serie Fragen nach Erinnerung, sozialer Stellung und weiblicher Selbstbestimmung verhandelt, ohne den Kriminalfall vorschnell aufzulösen. Die Adaption von Margaret Atwoods Roman profitierte zudem von Sarah Polleys Drehbuch, das die Vorlage konzentriert und klar strukturiert.
Marianne Sheridan (Daisy Edgar-Jones) und Connell Waldron (Paul Mescal) besuchen dieselbe Schule in einer irischen Kleinstadt. Connell ist beliebt, Marianne gilt als Außenseiterin. Ihre Beziehung beginnt heimlich, weil beide aus unterschiedlichen sozialen Milieus stammen und Connell um seinen Ruf fürchtet. Später begegnen sie sich am Trinity College in Dublin wieder. Die Serie folgt ihrer Verbindung über mehrere Jahre, geprägt von Nähe, Missverständnissen, familiären Belastungen und wechselnden Machtverhältnissen.
Die Adaption von Sally Rooneys Roman wurde für ihre genaue Beobachtung junger Liebe, ihre leisen Dialoge und das Zusammenspiel von Daisy Edgar-Jones und Paul Mescal gelobt. Die Serie traf besonders durch ihren zurückhaltenden Ton und die intime Inszenierung den Nerv vieler Zuschauer. Paul Mescal erhielt eine Emmy-Nominierung. Auch Regie, Kamera und Musik wurden häufig als wichtige Gründe für die starke Wirkung genannt.
Eine Grippepandemie lässt die Zivilisation innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen. Der Schauspieler Arthur Leander (Gael García Bernal) stirbt während einer Aufführung von "King Lear", kurz bevor das Ausmaß der Katastrophe sichtbar wird. Der Fremde Jeevan Chaudhary (Himesh Patel) kümmert sich um das Kind Kirsten Raymonde (Matilda Lawler). Zwanzig Jahre später reist die erwachsene Kirsten (Mackenzie Davis) mit einer Theatergruppe durch die Region der Großen Seen. Alte Verbindungen und neue Bedrohungen führen Vergangenheit und Gegenwart zusammen.
Die Serie wurde für ihren ungewöhnlichen Blick auf ein Endzeitszenario gelobt. Statt nur Zerstörung zu zeigen, interessiert sie sich für Erinnerung, Kunst und Gemeinschaft nach dem Zusammenbruch. Kritiker hoben die Struktur über mehrere Zeitebenen, die Besetzung und die emotionale Ruhe der Erzählung hervor. Die Serie erhielt mehrere Emmy-Nominierungen und wurde besonders für Drehbuch, Musik und Inszenierung beachtet.
Arabella Essiedu (Michaela Coel) ist eine junge Autorin in London, die nach einem erfolgreichen Internettext an einem Buch arbeitet. Nach einer Nacht mit Freunden fehlen ihr Erinnerungen, und sie beginnt zu begreifen, dass sie Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden ist. Unterstützt von Terry Pratchard (Weruche Opia) und Kwame Acheampong (Paapa Essiedu) versucht Arabella, die Ereignisse zu rekonstruieren. Die Serie begleitet sie durch Polizei, Freundschaften, Arbeit, Dating und die widersprüchlichen Folgen des Traumas.
Michaela Coels Serie wurde international als eine der wichtigsten Produktionen des Jahres 2020 gefeiert. Gelobt wurden die klare Perspektive, die Verbindung von Schmerz und Humor sowie der offene Umgang mit Zustimmung, Erinnerung und digitalem Leben. Coel gewann bei den Emmys den Preis für das beste Drehbuch einer Miniserie. Auch bei den BAFTA TV Awards war die Serie sehr erfolgreich.
Grace Fraser (Nicole Kidman) lebt mit ihrem Mann Jonathan Fraser (Hugh Grant) und ihrem Sohn Henry (Noah Jupe) in New York. Ihr geregeltes Leben bricht zusammen, als Elena Alves (Matilda De Angelis), die Mutter eines Mitschülers, ermordet wird. Jonathan verschwindet, und Grace muss erkennen, dass sie ihren Mann möglicherweise weniger gut kennt als gedacht. Detective Joe Mendoza (Édgar Ramírez) ermittelt, während Graces Vater Franklin Reinhardt (Donald Sutherland) versucht, die Familie zu schützen. Der Fall führt in ein öffentliches Gerichtsverfahren.
Die sechsteilige HBO-Serie wurde als prominent besetzter Thriller mit starkem Krimi-Sog wahrgenommen. Nicole Kidman und Hugh Grant standen im Zentrum der Reaktionen, besonders Grants Abkehr vom gewohnten Image wurde viel diskutiert. Die Serie punktete mit eleganter Ausstattung, New-York-Kulisse und klassischem Rätselaufbau. Einige Kritiken sahen den Schluss nüchterner, doch die hohe Zuschauerresonanz machte sie zu einem der auffälligsten Serienereignisse des Jahres 2020.
Die Softwareentwicklerin Lily Chan (Sonoya Mizuno) arbeitet beim Tech-Konzern Amaya im Silicon Valley. Als ihr Freund Sergei Pavlov (Karl Glusman) nach dem Eintritt in eine geheime Entwicklungsabteilung verschwindet, beginnt Lily auf eigene Faust zu recherchieren. Amaya-Gründer Forest (Nick Offerman) und die Entwicklerin Katie (Alison Pill) leiten ein Projekt, dessen Bedeutung weit über normale Forschung hinausgeht. Unterstützt von ihrem Exfreund Jamie (Jin Ha) stößt Lily auf eine Verbindung von Quantencomputer, Überwachung und Vorhersagbarkeit.
Alex Garlands Miniserie wurde als ruhiger, visuell markanter Science-Fiction-Thriller besprochen. Kritiker lobten die klare Form, das Produktionsdesign und die philosophischen Fragen, die aus der Technikhandlung entstehen. Nick Offerman überraschte viele mit einer ernsten Rolle fern seiner bekannten Comedy-Arbeiten. Die Serie wurde nicht als schneller Actionstoff wahrgenommen, sondern als kontrolliert erzähltes Rätsel über Macht, Trauer und Kontrolle.
Elena Richardson (Reese Witherspoon) lebt mit ihrer Familie in Shaker Heights, Ohio, einer wohlhabenden und streng geplanten Vorstadt. Als die Künstlerin Mia Warren (Kerry Washington) mit ihrer Tochter Pearl (Lexi Underwood) in die Stadt zieht, vermietet Elena ihr eine Wohnung. Zwischen den beiden Familien entstehen Freundschaften, Spannungen und Abhängigkeiten. Ein Sorgerechtsstreit um ein adoptiertes Kind verschärft die Konflikte. Nach und nach treten Geheimnisse zutage, die Elenas Selbstbild und Mias Vergangenheit betreffen.
Die Miniserie nach Celeste Ngs Bestseller wurde für die starken Hauptdarstellerinnen und den Blick auf Mutterschaft, Klasse und Herkunft beachtet. Reese Witherspoon und Kerry Washington prägen die Serie als gegensätzliche Figuren, deren Konflikt nicht nur privat bleibt. Kritiker lobten vor allem die klare Dramaturgie und das Ensemble. Die Serie erhielt mehrere Emmy-Nominierungen und wurde als solide, zugänglich erzählte Literaturadaption aufgenommen.
Olive Kitteridge (Frances McDormand) lebt in einer Kleinstadt in Maine und arbeitet als Mathematiklehrerin. Ihr Mann Henry Kitteridge (Richard Jenkins) führt eine Apotheke, ihr Sohn Christopher (John Gallagher Jr.) versucht, sich von der dominanten Mutter zu lösen. Die vierteilige Serie begleitet Olive über viele Jahre. Sie zeigt Ehe, Elternschaft, Depression, Einsamkeit und die kleinen Konflikte einer Gemeinde, in der sich Menschen gut kennen und trotzdem vieles unausgesprochen bleibt.
Die HBO-Miniserie wurde für ihre präzise Erzählweise und Frances McDormands kompromisslose Hauptrolle gefeiert. Sie gewann mehrere Primetime Emmys, darunter als beste Miniserie sowie Preise für McDormand, Richard Jenkins und Bill Murray. Kritiker lobten die ruhige, genaue Beobachtung von Alltag und Alter, aber auch die Fähigkeit, harte Themen ohne Effekthascherei zu erzählen. Die Serie gilt als eine der stärksten Literaturadaptionen von HBO.
Jeremy Thorpe (Hugh Grant) ist in den 1960er- und 1970er-Jahren ein führender Politiker der britischen Liberalen Partei. Seine frühere Beziehung zu Norman Scott (Ben Whishaw) bedroht seine Karriere, weil Homosexualität in Großbritannien lange strafrechtlich verfolgt wurde und ein Skandal Thorpes Aufstieg zerstören könnte. Als Scott nicht schweigt, geraten politische Verbündete, Anwälte und Mittelsmänner in eine immer gefährlichere Dynamik. Die Serie führt den Fall schließlich vor Gericht.
Stephen Frears' Dreiteiler wurde für seine Mischung aus politischem Drama, bitterem Humor und genauer Milieuschilderung gelobt. Hugh Grant erhielt viel Anerkennung für die Darstellung eines charmanten und zugleich skrupellosen Machtmenschen. Ben Whishaw gewann für seine Rolle einen Emmy, einen Golden Globe und einen BAFTA TV Award. Die Serie wurde zudem für Drehbuch, Tempo und den präzisen Blick auf britische Klassen- und Machtstrukturen gewürdigt.