Ein mörderisches Geschäft
03.03.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Es wird ernst: Sean Ribot (Steffen Schroeder, l.), Alina Liebermann (Christiane Paul, M.) und Micha Schütze (Hannes Wegener, r.) wollen aufdecken, was Salerno zu vertuschen versucht.
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Stolz zeigt Siebert (Friedrich von Thun, m.) seine Firma. Können Tom (Devid Striesow, r.) und Alina (Christiane Paul, l.) sie vor dem Konkurs bewahren? Im Hintergrund (von l. nach r.): Dr. Renner (Sandra Borgmann), Wiegand (Michael Rotschopf), Sean (Steffen Schroeder) und Micha (Hannes Wegener).
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Noch ist er kooperativ: Salerno-Chef Siebert (Friedrich von Thun, M.) beratschlagt sich mit Tom (Devid Striesow, r.) und dessen Mitarbeitern Micha Schütze (Hannes Wegener, l.), Sean Ribot (Steffen Schroeder, 2.v.l.) und Alina Liebermann (Christiane Paul, 2.v.r.).
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Als die Schließung der Salerno-Werke droht, bekommt Tom Winkler (Devid Striesow) die Wut der Arbeiter zu spüren.
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Originaltitel
Ein mörderisches Geschäft
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2011
Kinostart
So., 11. September 2011
DVD-Start
Do., 15. September 2011
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Die Sanierer kommen

Von Jasmin Herzog

Schwieriges Thema Firmensanierung. Regisseur und Autor Martin Eigler versucht es trotzdem und liefert insbesondere in der zweiten Hälfte eine temporeiche Erzählung.

Es ist ein beliebter Trick, um die Zuschauer von Anfang an bei der Stange zu halten. Wenn sich die Story zunächst mühsam durch die Vorstellung ihrer Figuren quälen muss, wenn eigentlich erst einmal gar nichts passiert, dann kann gleich zu Anfang eine Rückblende helfen. Hier also wird Tom Winkler (Devid Striesow) schon nach wenigen Sekunden Film über den Haufen gefahren. Warum, weiß zunächst mal natürlich niemand. Auch nicht, ob er diesen schlimmen Unfall überlebt. Oder ob es gar ein versuchter Mord war. Dann die Einblendung, es geht zehn Tage zurück. Tom Winkler lebt und wird womöglich in "Ein mörderisches Geschäft" hineingezogen. Mehr als fünf Millionen Zuschauer sahen den Film bei seiner Premiere 2011. Nun steht auf 3sat eine Wiederholung an.

Sicher, die Errettung maroder Unternehmen durch knallharte Sanierer ist bis heute ein aktuelles und relevantes Thema, aber eben auch ein ziemlich trockenes. Es geht um Zahlen, Rechnungen, Geschäftsmodelle. Muss also noch ein bisschen Liebe, ein bisschen Ehekrise, ein bisschen zerstörte Männerfreundschaft hinein, dachten sich die Macher rund um Regisseur und Mitautor Martin Eigler und hatten damit sicher auch recht.

Tom Winkler arbeitet in verantwortlicher Position bei der Unternehmensberatungsfirma Altkirch. Seine Aufgabe: Er muss angeschlagene Firmen auf deren Wirtschaftlichkeit überprüfen. Aktueller Auftrag: die Salerno AG, eine Süßwarenfabrik in Oberhausen, die von Geschäftsführer Rüdiger Siebert (Friedrich von Thun) schon seit Jahrzehnten geleitet wird. Doch nun stimmen die Zahlen nicht mehr.

Ein komplexes Thema

Zusammen mit seinem Team rückt Winkler an. Mit dabei: Alina Liebermann (Christiane Paul), die nicht nur seine Mitarbeiterin, sondern auch seine Freundin ist, was aber kaum einer weiß. Im Nullkommanichts stoßen sie auf eine rätselhafte Betreffzeile in einer Mail: "PZ 4" könnte für "Produktionszentrum 4" stehen. Doch Salerno hat nur drei. Zudem kam der ehemalige Chef des Marketings vor einem halben Jahr bei einem Autounfall auf rätselhafte Weise ums Leben.

Klar, dass das Saniererteam von den Mitarbeitern in der Firma nicht gerade freudig erwartet wird. Eine Warnung unter der Windschutzscheibe, und schon am ersten Abend wird Winkler auf offener Straße verprügelt. Ist die Angst im Betrieb so groß, dass die Arbeiter sogar zu Gewalt greifen?

"Ein mörderisches Geschäft" beschreibt ein komplexes Thema, versucht aber weitgehend inhaltlich nachvollziehbar und simpel zu bleiben. Etwas mühsam ackert sich der Film durch die erste Hälfte, ehe die Erzählung an Tempo und Spannung gewinnt. Insgesamt jedoch bleibt diese Teamworx-Produktion eine Spur zu trocken, zu mechanisch, um ihr Publikum emotional packen zu können.

Der Spielfilm von 2010 bildet den Auftakt zu den 3sat-Thementagen unter dem Motto "Gier und Moral". Von 3. bis 6. März zeigt der Sender elf Dokumentationen, Dokumentar- und Spielfilme zu dem Thema. Im Anschluss an "Ein mörderisches Geschäft" sehen 3sat-Zuschauer unter anderem "makro" (ab 22.25 Uhr) und die Dokumentation "Akte D – Banken außer Kontrolle" (22.55 Uhr).

Ein mörderisches Geschäft – Di. 03.03. – 3sat: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Weiß, was sie will: Christiane Paul
Christiane Paul
Seit 2013 ermittelt Devid Striesow am Saarbrücker "Tatort".
Devid Striesow
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Kirsten Block
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