MaiBrain: Reise ins Gehirn
19.03.2023 • 19:30 - 20:15 Uhr
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Originaltitel
MaiBrain: Reise ins Gehirn
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
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Auf den Spuren der grauen Zellen

Von Franziska Wenzlick

Unser Gehirn macht uns zu dem, was wir sind. Trotzdem ist das menschliche Denkorgan noch längst nicht vollständig erforscht. In einem oftmals verblüffenden und stets unterhaltsamen Doku-Zweiteiler widmet sich Mai Thi Nguyen-Kim nun den Geheimnissen des Gehirns.

Mit rund 100 Milliarden Nervenzellen ist das menschliche Gehirn das komplexeste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Kein Computer weltweit ist bislang in der Lage, so viel wie unsere grauen Zellen zu leisten. Dementsprechend mag es nicht überraschen, dass nach wie vor nicht alle Geheimnisse des menschlichen Gehirns gelüftet werden konnten. In der zweiteiligen Dokumentation "maiBrain: Reise ins Gehirn" versucht nun Mai Thi Nguyen-Kim, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Unter anderem gewährt die Wissenschaftsjournalistin einen Einblick in den Arbeitsalltag derjenigen Menschen, die sich die titelgebende "Reise ins Gehirn" im wahrsten Sinne des Wortes zur Lebensaufgabe gemacht haben. Am Forschungszentrum Jülich etwa versuchen Hirnforscherinnen und -forscher, mittels modernster Technik einen hochpräzisen Atlas des menschlichen Gehirns zu erstellen. Zu diesem Zweck werden gespendete Gehirne in 3.000 bis 5.000 hauchdünne Scheiben geteilt und über ein gesamtes Jahr hinweg gescannt und analysiert. Die in Jülich erstmalig im 3-D-Format zusammengestellte Hirnkartierung – oder "Google Maps fürs Gehirn", wie Mai Thi Nguyen-Kim die Untersuchung beschreibt – soll helfen, die Funktionsweise des Gehirns oder auch die Mechanismen von Erkrankungen besser zu verstehen.

Wenn die Gummihand schmerzt

Wie die Dokumentation zeigt, ist unser Gehirn jedoch nicht allein aus biologischer und medizinischer Sicht höchst faszinierend. Bereits seit der Antike rätseln Philosophen über den Ursprung des menschlichen Bewusstseins. Um die Theorien großer Denker wie Platon, Aristoteles und Sigmund Freud zu veranschaulichen, schlüpft Michael Kessler für kleine Einspielfilme und Szenen in seine berühmten Masken und Verkleidungen, wie man es von Formaten wie "Kessler ist ..." oder früher "Switch (Reloaded)" kennt.

Unterhaltung kommt weder im ersten ("Sinne und Bewusstsein"), noch im zweiten Teil der Reihe ("Schlaf und Traum", am Sonntag, 26. März, ebenfalls im ZDF) zu kurz. So ist es gleichermaßen amüsant und lehrreich, wenn Mai Thi Nguyen-Kim mit einem als René Descartes verkleideten Michael Kessler die sogenannte Gummihand-Illusion nachspielt: Bei dem Experiment sitzt der Proband – in diesem Fall Kessler alias Descartes – an einem Tisch und blickt auf eine lebensechte Gummihand, während die eigene Hand verborgen ist. Schlägt man mit einem Hammer auf die falsche Hand, glaubt das Gehirn, den Schmerz tatsächlich zu spüren. Der Grund: Die menschliche Wahrnehmung basiert häufig lediglich auf Annahmen unseres Gehirns. So bleibt die Außenwelt vorhersagbar – zumindest dann, wenn nicht gerade eine täuschend echte Gummihand vor uns liegt.

Terra X: MaiBrain – Reise ins Gehirn: Sinne und Bewusstsein – So. 19.03. – ZDF: 19.30 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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