Drei Frauen wollen Gerechtigkeit. Ihre letzte Hoffnung: der abgehalfterte Anwalt Axel Schwenn (Hannes Jaenicke).

Jahrelang verkaufte die französische Firma PIP Brustimplantate aus minderwertigem Industrie-Silikon. Dem TÜV, der für die Qualitätssicherung zuständig war, fiel das nicht weiter auf, da Kontrollen im Voraus angekündigt wurden. Als vor sieben Jahren der Skandal ans Licht kam, wurde alleine in Deutschland 5.000 Betrofffenen geraten, sich die reißanfälligen und teils undichten Implantate entfernen zu lassen; die Firma PIP meldete schon vor langer Zeit Insolvenz an. Der sehenswerte SAT.1-Film "Nicht mit uns! Der Silikon-Skandal" von Regisseur und Autor Holger Haase, der zusammen mit Hauptdarsteller Hannes Jaenicke die Idee entwickelte, befasst sich mit den skandalösen Hintergründen. Jaenicke beteuert: "Alle inhaltlichen und juristischen Fakten sind weitestgehend originalgetreu recherchiert."

Im Film kämpfen die Frauen Jenny (Susanne Bormann), Konstanze (Muriel Baumeister) und Micky (Stephanie Krogmann) vor Gericht für Gerechtigkeit. Alle drei hatten sich aus unterschiedlichen Gründen die Brüste vergrößern lassen. Alle drei bekamen minderwertige Implantate des Pharma-Konzerns, der hier DMS heißt, eingepflanzt. Das Silikon darin ist offenbar krebserregend, eine ihrer Mitstreiterinnen starb vor Kurzem an den Folgen einer Krebserkrankung.

Doch so wirklich helfen will den Frauen keiner. Bis sie zufällig auf den abgehalfterten Anwalt Axel Schwenn (Jaenicke) treffen, der schon in der Vergangenheit erfolgreich gegen Großunternehmen vor Gericht zog. Doch kann Schwenn, der seit Jahren keinen großen Fall mehr verhandelt hat, den Frauen wirklich helfen? Und kann man dem Macho bei so einem Thema auch wirklich vertrauen?

Der Traum vom perfekten Busen wurde für Tausende Frauen zum Albtraum – im Film wie in der Realität. "Die drei Protagonistinnen und ihr Anwalt kämpfen wie David gegen Goliath, in diesem Fall einen DAX-Konzern, dem Profit wichtiger ist als die Gesundheit der Frauen", erklärt Jaenicke. Das Drama begegnet dem Thema mit angemessener Sensibilität, zugleich aber auch mit einer Leichtigkeit, die den Film sehenswert macht. Zwar hat die Story offensichtliche Schwächen, die aber durch die Spiellaune eines gut aufgelegten Hannes Jaenicke und drei starke weibliche Protagonisten sehr gut kaschiert werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst