Self/less - Der Fremde in mir
23.07.2018 • 22:15 - 00:00 Uhr
Spielfilm, Thriller
Lesermeinung
prisma-Redaktion
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
.
Vergrößern
Originaltitel
Self/Less
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2015
Kinostart
Do., 20. August 2015
Spielfilm, Thriller

Reicher Geist in gesundem Körper

Von Maximilian Haase

Ben Kingsley lässt sich als schwerkranker Milliardär in den Körper eines Irak-Veteranen verpflanzen. Heraus kommt mit "Self/Less – Der Fremde in mir" ein solider Sci-Fi-Thriller.

"Do you really want to live forever?" fragten Alphaville 1984. Die Hauptfigur des Science-Fiction-Thrillers "Self/Less – Der Fremde in mir" (2015) würde diese rhetorische Frage mit einem glasklaren "Ja" beantworten: Damian Hale (Ben Kingsley) scheffelte als kompromissloser Boss eines Industrie-Imperiums Milliarden von Dollar. Bis er die schreckliche Diagnose erhält: Krebs, unheilbar. Kein Geld der Welt kann ihn vor dem nahenden Tod retten. Das heißt – doch, kann es natürlich: In schönster Sci-Fi-Tradition bietet ihm ein geheimes Unternehmen an, seinen Oberschichts-Geist in einen gesunden Unterschichts-Körper umzusiedeln. Was folgt, ist solide dystopische Spannung samt jeder Menge vergebenen Potenzials – und jetzt erstmals im ZDF zu sehen.

Als einer von wenigen kann Hale sich einer "Shedding" genannten Prozedur unterziehen, die, sagen wir, noch nicht zur Perfektion ausgereift ist. Doch sie rettet sein Leben: Nach einer Art übertriebenem Doppel-MRT erwacht er, klaren Geistes, im gesunden Körper eines anderen jungen Mannes, gespielt von Ryan Reynolds. Von Albright (Matthew Goode), dem mysteriösen Leiter der Geheimorganisation, wird er alsbald in die Vorzüge, aber auch die Unbequemlichkeiten seines neuen Daseins eingeweiht. Er zieht weit weg, genießt seinen jungen Körper in sexueller Hinsicht, lernt neue Freunde kennen. Natürlich währt die Freude nicht lang: Eigenartige Visionen und Erinnerungen suchen Hale heim, verstörende Bilder, die zum Vorbesitzer seines Zweitkörpers zu gehören scheinen.

Entgegen der Vorschriften des Unternehmens begibt er sich auf eine Spurensuche, die ihn recht bald zu dessen Ehefrau führt. Sein Körperspender entpuppt sich als Irakkriegs-Veteran, auf den es dummerweise einige zwielichtige Gestalten abgesehen haben. Nun will es Hale wissen: Wer sind diese Leute, warum verfolgen sie ihn? In welche Machenschaften ist die Körpertausch-Firma involviert? Und: War es das wirklich wert?

Beste Voraussetzungen für einen hochspannenden Thriller – schließlich sah man die Fremde-Identitäts-Problematik von "Der Mann, der zweimal lebte" (1966) über "Face/Off – Im Körper des Feindes" (1997) bis zu den "Bourne"-Filmen der Nullerjahre bereits des Öfteren auf der Leinwand verwirklicht. "Self/Less" schlängelt sich denn auch fettnäpfchenfrei als solider Thriller durch die Thematik – wenn auch hinsichtlich Läuterungsmoral und Hochglanzaction etwas hochstapelnd.

So funktioniert das Werk von Regisseur Tarsem Singh, der mit "The Cell" (2000) und "The Fall" (2006) überzeugte, vor allem über seine konstant steigende Spannung. Und wagt aus Angst, zur Billig-Sci-Fi zu geraten, nicht mehr als Mittelmaß. Das thematische Potenzial verpufft einfach: Von den wirklich relevanten Fragen des im Kern hoch philosophischen Sci-Fi-Sujets ist "Self/Less" so weit entfernt wie wir von der ziemlich futuristischen Körper-Geist-Technologie, über die im Film nicht viele Worte verloren werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Der Trailer zu "Self/Less - Der Fremde in mir"

Darsteller

Von Vancouver nach Hollywood: Ryan Reynolds.
Ryan Reynolds
Starke Typen liegen ihm: Oscar-Preisträger Ben Kingsley.
Ben Kingsley
Sein Gesicht kennt man: Victor Garber.
Victor Garber
Aristokratischer Charme: Matthew Goode.
Matthew Goode
Weitere Darsteller
Natalie Martinez Michelle Dockery Melora Hardin Sam Page Derek Luke Mariana Paola Vicente Jaynee-Lynne Kinchen Brendan McCarthy Thomas Francis Murphy Sandra Ellis Lafferty Emily Tremaine Griff Furst Cedric Palmisano Tom Waite Douglas M. Griffin Marcus Lyle Brown Teri Wyble Gary Weeks Kristin Erickson Dakota Buchanan Robert Harvey Dylan Lowe Jimmy Gonzales Jesica Ahlberg Dacia Fernandez Hannah Jelinovic Ashley Laliberty Anna Dudnik Big Freedia Antionique Price Stephanie Bertrand Shelby Skipper Alvin Santana Rashod Singleton Keiton Crump Clay Chamberlin Kate Ransome Wilcox Julian Niccolini Steffie Grote Christopher Heskey Claire McReynolds Lola Phillips Anne Speed Katherine Grace Yeaton

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.