Ballern geht auch ohne Alkohol: "Hangover"-Regisseur Todd Phillips lässt Miles Teller und Jonah Hill Waffenhändler spielen.
Ein durchs Leben stolpernder Edelmasseur und ein rücksichtsloser Emporkömmling tun sich nach den Wirren des dritten Golfkriegs zusammen, um endlich das große Geld zu machen. Die beiden Highschool-Freunde David (Miles Teller) und Efraim (Jonah Hill) gründen ihr eigenes Kleinunternehmen und verkaufen Waffen an die US-Regierung. Ein Großdeal lässt sie sowohl die Grenzen des Iraks als auch die der Legalität überschreiten. Todd Phillips stylisch gefilmte, auf einem wahren Fall basierende Action-Komödie "War Dogs" (2016) zeigt nur ansatzweise, was in ihr hätte stecken können. ProSieben zeigt den Film nun als Wiederholung.
"War Dogs" basiert auf dem realen Fall der Jungunternehmer Efraim Diveroli und David Packouz, den der Journalist Guy Lawson 2011 in einem "Rolling Stone"-Artikel dokumentierte. David hat keine konkrete Vorstellung, was er mit seinem Leben anfangen möchte; meistens hängt er in Miami Beach herum, kifft und arbeitet als Masseur für stinkreiche Klienten. Als auch noch seine Freundin (Ana de Armas) schwanger und damit das Geld knapp wird, trifft es sich gut, dass ihm sein alter Highschool-Freund Efraim über den Weg läuft und ein Angebot macht, dass er trotz aller moralischen Bedenken nicht abschlagen wird: Er soll ihm in seiner Ein-Mann-Waffenfirma assistieren, die eine Regelung der US-Regierung ausnutzt, wonach auch Kleinunternehmen Rüstungsaufträge übernehmen dürfen.
Bald stellt sich heraus, dass David ein goldenes Händchen fürs Verkaufen von Gewehren und Munition hat. Mit steigendem Reichtum wächst jedoch Efraims Gier und Rücksichtslosigkeit, und David muss erkennen, dass die verworrene Welt des Waffenhändlertums womöglich eine Nummer zu groß für zwei grünschnäblige Kids ist.
"War Dogs" traut sich nur wenig, schwankt ständig zwischen halbbissiger Satire und lauter Teenie-Comedy, um dann doch zwischen den Kapiteln moralisch angehauchte Sprüche zwischenzublenden, fast so, als müsste sich der Film gegenüber seiner schwierigen Thematik absichern. Wirklich in die komödiantischen Vollen geht es selten. Auch die große Politik bleibt weitgehend auf der Strecke und fällt genretypischen Klischees zum Opfer: Da David und Efraim als "Gun-Runner" auch selbst auf die Reise gehen müssen, um ihre Ware feilzubieten, werden die Republik Jemen und der Irak zum Schauplatz stereotypischer Landstriche, bevölkert mit staffierten, zwielichtigen und schießwütigen Arabern.
War Dogs – Sa. 18.04. – ProSieben: 20.15 Uhr