James Caan

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Häufig für den burschikosen Part zuständig: Schauspieler James Caan
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
James Caan
Geboren: 26.03.1939 in Queens, New York, USA

Der Blick des Rennfahrers verheißt nichts Gutes, keine Entschlossenheit scheint mit der Körperkraft verbunden zu sein. Er wirkt unsicher, unberechenbar und dadurch gefährlich. James Caans Gesicht war bereits in Billy Wilders "Das Mädchen Irma la Douce" (1962) und Arnold Lavens "Die glorreichen Reiter" (1965) zu sehen, doch erst in Howard Hawks' Rennfahrerfilm "Rote Linie 7000" (1965) fällt es zum ersten Mal nachhaltig auf. Caan ist der blasierte Mike, der bei Frauen immer der erste sein will und auf der Piste deshalb beinahe den Jungen umbringt, der sich in seine Freundin verliebt.

James Caan sammelt seine ersten Schauspiel-Erfahrungen am Theater. Zuvor hat er an der Michigan State University Wirtschaft studiert und am Hofstra College ein Jura-Studium begonnen. Am Neighborhood-Playhouse bei Sanford Meisner steht er zum ersten Mal auf der Bühne, anschließend nimmt er Schauspielunterricht bei Wynn Handman. Am Off-Broadway gibt er 1961 sein Debüt in Arthur Schnitzlers "Reigen", 1962 am Broadway als Partner von Peter Fonda und Dennis Hopper in "Blood, Sweat and Stanley Poole". Daneben steht er in Fernsehserien wie "Naked City" und "Dr. Kildare" vor der Kamera. Dann ruft das Kino.

Eine seiner schönsten Rollen, das Greenhorn Mississippi, spielt James Caan - nach "Rote Linie 7000" - wieder bei Howard Hawks in dem wunderschönen Western "El Dorado" (1966). Der Junge ist mit dem Messer unbesiegbar, doch mit einer Feuerwaffe eine Gefahr für die ganze Umgebung. Und wenn er schmalzige Gedichte von Westernlegenden rezitiert, blättert einiges vom Glorienschein der Filmhelden ab, und der Anachronismus des Mythos wird freigelegt. In Robert Altmans "Countdown - Start zum Mond" (1966) hat er als Astronaut erst Schwierigkeiten mit der Familie und der Konkurrenz, später dann im Weltall mit der Sauerstoffversorgung. 1969 überzeugt James Caan in Francis Ford Coppolas stillem Roadfilm "Rain People" (bei uns unter dem Titel "Liebe niemals einen Fremden" verliehen, aber kaum gezeigt). Eine junge Frau (Shirley Knight) auf der Flucht vor der Trostlosigkeit ihres Lebens und der Ehe trifft "on the road" den sportlichen Naturburschen "Killer", der ihr wegen seiner Geradlinigkeit gefällt. Er ist jedoch ein Versager, hilflos und infantil, mit einer schweren Kopfverletzung und einem seelischen Knacks. Die Frau verlässt ihn. Als sie jedoch merkt, dass andere ihn ausbeuten, holt sie ihn zurück.

Zwei Jahre später holt Coppola Caan erneut, diesmal für den Welterfolg "Der Pate" (1971). Seine explosive Darstellung des hitzköpfigen Corleone-Sohnes Sonny bringt Caan neben Al Pacino und Robert Duvall eine Oscar-Nominierung ein. (Sie unterliegen alle drei dem glänzenden "Cabaret"-Star Joel Grey.) Ein Jahr zuvor wird der Schauspieler für die Rolle des leukämiekranken Footballstars Brian Piccolo in Buzz Kuliks Fernsehfilm "Brian's Song" mit einem Emmy Award ausgezeichnet. In den Siebzigern und Achtzigen gibt es für den vielseitigen Schauspieler reichlich Chancen, sein Talent zu zeigen. In "Spieler ohne Skrupel" (1974) von Karel Reisz ist er der sehr junge und hochbegabte Literaturprofessor, den seine Spielleidenschaft zugrunde richtet; in Norman Jewisons Sciencefiction-Thriller "Rollerball" (ebenfalls 1974) spielt er den Helden eines tödlichen Wettkampfspieles, der für die Mächtigen zu populär und damit gefährlich wird. Doch er rafft sich nicht zum wirklichen Widerstand auf, sondern wird zum Killerhelden, der durch schiere Überlegenheit überlebt.

Ohnmächtig dem System ausgeliefert ist auch Mike Locken, den Caan in Sam Peckinpahs "Die Killer-Elite" (1975) verkörpert. Er wird von seinem Freund und Kollegen zum Krüppel geschossen und bleibt wieder in einem brutal unbarmherzigen Spiel der einzige Überlebende. In Michael Manns Debüt-Kinofilm "Der Einzelgänger" (1981) ist James Caan ein kleiner Gauner, der davon träumt, sich nach einem letzten großen Coup zurückzuziehen, sein Mädchen zu heiraten und das Leben zu genießen. Doch sein Auftraggeber, ein mächtiger Syndikatschef, macht diese Träume zunichte. 1980 hat James Caan einen eigenen Film inszeniert: "Die Machtprobe" erzählt vom Kampf eines geschiedenen Vaters um sein Kind.

Weitere Filme mit James Caan: Curtis Harringtons "Satanische Spiele" (1967), Herbert Ross' "Tanja Baskin - Anruf genügt" (1971) und "Funny Lady" (1974), Mark Rydells "Zapfenstreich" (1974), "Und morgen wird ein Ding gedreht" (1975) und "For the Boys" (1991), Richard Attenboroughs "Die Brücke von Arnheim" (1977), Mel Brooks' "Silent Movie" (1976), Claude Lelouchs "Ein anderer Mann, eine andere Frau" (1978) und "Ein jeglicher wird seinen Lohn empfangen" (1980), Alan J. Pakulas "Eine Farm in Montana" (1978), Francis Ford Coppolas "Der steinerne Garten" (1987), Rob Reiners "Misery" (1990), Warren Beattys "Dick Tracy" (1990), Andrew Bergmans "Honeymoon in Vegas" (1992), Wes Andersons "Durchgeknallt", Chuck Russells "Eraser" (beide 1995), Nils Gaups "Tashunga - Gnadenlose Verfolgung", Ernest Dickersons "Bulletproof - Kugelsicher" (beide 1996), Bob Rafelsons "Poodle Springs (1998), Kelly Makins "Mickey Blue Eyes" (1999), Paul Nicholas' "Luckytown" (2000), "The Yards - Im Hinterhof der Macht" (2000), "Dogville", "Buddy - Der Weihnachtself" (beide 2003), "Santa Claus" (ungenannt, 2005), "Las Vegas" (Serie, 2003-2007), "New York, I Love You!" (2008), "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" (Sprecher im Original, 2009), "Der Chaos-Dad" (2012).


Zur Filmografie von James Caan
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