Schutz vor Viren und Erregern

Gesunde Hausmittel stärken das Immunsystem natürlich

Von Annette Bulut
Die Immunabwehr kann vor allem durch nährstoffreiche Ernährung und Bewegung an der frischen Luft angekurbelt werden.
Die Immunabwehr kann vor allem durch nährstoffreiche Ernährung und Bewegung an der frischen Luft angekurbelt werden. Fotoquelle: iStock

Natürliche Hausmittel sind ein effektiver Schutz, um das körpereigene Immunsystem zu stärken. Es ist die wichtigste Körperabwehr, um einer Infektion vorzubeugen. Bei einem gesunden Abwehrsystem haben es Krankheitserreger viel schwerer. Die erste Verteidigungslinie des Immunsystems gegen Viren ist also ein gesunder Lebensstil.

Dieser beginnt mit Bewegung und Ernährung. Eine frische, ausgewogene Ernährung mit vielen vitaminreichen Lebensmitteln ist besonders wichtig. Sie ist einer der wichtigsten Bausteine für die Stärkung der Immunabwehr. Ihr Immunsystem ist wie eine Körperpolizei. Sie braucht die richtigen Waffen, um die Abwehr zu stärken. Faktoren wie Stress, zu wenige Stunden Schlaf und ungesunde Lebensmittel schwächen die körpereigene Abwehr. Diese Faktoren können sogar die Darmflora verändern. Ein schwaches Immunsystem kann der Grund für eine schlechte Darmflora sein. Die einfachsten und wirksamsten Waffen, die Ihr Immunsystem braucht, sind natürliche Hausmittel. Das heißt: unverarbeitete frische Lebensmittel, ausreichend nicht gesüßte Getränke wie Wasser oder Tee sowie viele Vitamine-C-Lieferanten und Omega-3-Fettsäuren.

Sich mit gesunder Ernährung schützen

Hausmittel sind bestens geeignet, ein geschwächtes Immunsystem zu unterstützen. Die Immunabwehr kann vor allem durch nährstoffreiche Ernährung und Bewegung an der frischen Luft angekurbelt werden. Die Stärkung der Abwehr von Viren und Bakterien durch Ernährung und Bewegung wird oft unterschätzt. Dabei kann das Immunsystem Krankheitserregern vorbeugen. Das ist bei der Abwehr von Infektionskrankheiten wie einem grippalen Infekt wichtig. Gesundes Essen unterstützt nicht nur das Immunsystem, sondern beugt auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

HALLO WOCHENENDE!
Noch mehr TV- und Streaming-Tipps, Promi-Interviews und attraktive Gewinnspiele: Zum Start ins Wochenende schicken wir Ihnen jeden Freitag unseren Newsletter aus der Redaktion.

Ein gesundes Immunsystem braucht täglich reichlich Vitalstoffe. Pflanzliche Lebensmittel wie buntes Gemüse sind Teil der richtigen Ernährung. Vor allem Kohlgemüse ist eine wahre Nährstoffbombe. Gemüse gehört frisch zubereitet oder roh auf den täglichen Speiseplan. Gern auch mal eine Handvoll Nüsse knabbern. Sie enthalten unter anderem viel Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese kommen von Natur aus in Nüssen, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Kartoffeln, Gemüse und Obst vor. Ihnen wird ein hohes Potenzial für die Stärkung des Abwehrsystems zugeschrieben. Zudem machen bestimmte Nahrungsmittel glücklich, weil sie das körpereigene Glückshormon Serotonin ankurbeln.

Glückliche Menschen haben ein stärkeres Immunsystem

Wie das Ankurbeln von Serotonin durch Ernährung funktioniert, erklärt Dr. Carsten Lekutat, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportarzt in Berlin, Buchautor sowie Moderator der MDR-Fernsehsendung ‚Hauptsache Gesund‘: "Erdnüsse, Walnüsse, Käse wie Parmesan, Edamer und Emmentaler, fettiger Fisch wie Lachs, Eier und grüne Bohnen haben eines gemeinsam: Die Lebensmittel enthalten besonders viel L-Tryptophan. Das ist ein Eiweißstoff. Verzehrt man ihn, kurbelt er die körpereigene Produktion von Serotonin an. Das gilt als Glückshormon, denn es hellt die Stimmung auf und macht optimistischer. Das Tageslicht spielt auch eine große Rolle. Denn der Körper produziert umso mehr vom Glücksstoff Serotonin, je mehr Licht und tägliche Sonnenstunden er abbekommt." Nun kommen aber noch die Kohlehydrate ins Spiel. Denn der Körper kann L-Tryptophan zur Bildung von Serotonin nur nutzen, wenn Kohlenhydrate hinzukommen. Ohne Kohlehydrate macht die Blut-Hirn-Schranke der Serotoninausschüttung einen Strich durch die Rechnung. Sie ist die natürliche Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem. Der alleinige Verzehr von L-Tryptophan-haltigen Lebensmitteln hilft also nicht weiter. Es müssen zusätzlich kohlehydrathaltige Nahrungsmittel verzehrt werden. Deshalb sind Nudeln mit Parmesankäse ein gut geeignetes Essen.

Die wichtigsten Vitamine

Sich frisch und vitaminreich mit Obst und Gemüse zu stärken, ist jetzt wichtiger denn je. Die Vitamine C, D und B stärken die Körperabwehr. Mangelerscheinungen schwächen sie. Ein Vitamin D-Mangel führt beispielsweise nachgewiesen zu einem schlechteren Verlauf bei einer COVID-19 Erkrankung.

Vitamin C kann die Produktion weißer Blutkörperchen stimulieren. Sie sind für die Bekämpfung von Infektionen von entscheidender Bedeutung. Zitrusfrüchte, Erdbeeren, rote Paprika und Kiwis sind reich an Vitamin C. Mit einer solchen Auswahl ist es einfach, jeder Mahlzeit Lebensmittel mit hohem Nährstoffgehalt hinzuzufügen. Vitamin C ist wohl das bekannteste Vitamin, und die "heiße Zitrone" gehört zu den populärsten Erkältungsmitteln. Doch die Ascorbinsäure ist nicht nur außerordentlich hitzeempfindlich. Der Saft einer Zitrone enthält gerade mal 15 bis 20 Milligramm bei einem empfohlenen Tagesbedarf von 100 Milligramm. Die heiße Zitrone als Anti-Erkältungstrunk hat demnach gar keine Wirkung. Sanddorn und Hagebutte enthalten dagegen sehr viel Vitamin C, das der Körper aus den daraus gewonnen Konzentraten sehr gut aufnehmen kann. Bei den Gemüsesorten liegt Paprika ganz vorn.

Vitamin D stellt der Körper nur mit Hilfe von Sonneneinstrahlung her. Bei vielen über 70-Jährigen und bei nahezu allen über 80-Jährigen stellen Mediziner einen Vitamin D Mangel fest. Mit zunehmendem Alter schwinden die Abwehrkräfte. Daher sind Senioren besonders anfällig für Infektionen und erleiden auch häufiger schwerere Krankheitsverläufe als jüngere Menschen. Aber auch diese können an einem Vitamin D-Mangel leiden. Zum Teil kommt der Mangel durch Sonnenschutzcremes zustande, die einen Teil der wichtigen UV-B Strahlung absorbieren. Zum anderen sind jüngere Menschen viel zu viel in geschlossenen Räumen und können ihre Vitamin-Speicher nicht aufladen.

Vitamin A trägt vor allem zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Das Vitamin gilt auch als Fänger freier Radikaler. Das sind aggressive Sauerstoffmoleküle. Sie entstehen durch Stress und schädliche Umwelteinflüsse. Vitamin A steckt in vielen Lebensmitteln, beispielsweise in Leber, Seefisch, Fleisch, Eiern, Milchprodukten, Karotten, Tomaten, Aprikosen und Spinat. Es ist für gesunde Schleimhäute außerordentlich wichtig. Schleimhäute sind eine effektive Schutzbarriere gegen Bakterien und Viren. Schuppige Haut ist übrigens ein Zeichen von Vitamin A-Mangel. Im Extremfall führt dieser zur Nachtblindheit.

Alternative Hausmittel ohne Nebenwirkung

Goldene Milch, auch Kurkuma-Milch genannt, ist ein Hausmittel, das als ein vitaminreiches Getränk für ein starkes Immunsystem sorgt. Sie soll bei Verdauung und Entgiftung helfen, beruhigt den Magen, fördert die Fettverdauung. Kurkuma als Inhaltsstoff kann den Abtransport von Giftstoffen aus Leber und Darm erleichtern. In die goldene Milch kommen Mandelmilch, Banane, Kokosöl, Zimt, Kurkuma, Ingwer, Zitronensaft, schwarzer Pfeffer und Ahornsirup.

Manuka-Honig ist auch ein gutes Lebensmittel gegen Erkältung. Er kommt aus Neuseeland. Eine leckere Alternative zu anderen Hausmitteln. Er hilft gegen Husten und Heiserkeit und gegen Entzündungen in Hals und Rachen. Außerdem soll der Honig auch bei Magen-Darm-Krankheiten wirken.

Bewegung an der frischen Luft

Ein täglicher 30-minütiger Spaziergang an der frischen Luft ist für jedes Immunsystem ideal. Die Abwehrkräfte können durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft angekurbelt werden. Auch im Winter sind leichter Ausdauersport oder ein strammer Spaziergang an der frischen Luft gesund. Dreimal wöchentliches Training schützt die Körperabwehrkräfte und das Herz-Kreislauf-System. Wer mag, kann es alternativ mit Waldbaden versuchen. Das ist eine anerkannte Therapieform („Shinrin Yoku“) in Japan und findet hierzulande auch immer mehr Anhänger. Waldbaden bedeutet, den ganz besonderen Zauber des Waldes mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wie riecht der Wald, wie fühlt sich der Baum an, welche Farben haben die Pflanzen? Einer japanischen Studie zufolge verringert das Grün der Bäume das Stresshormon Cortisol im Blut. Zudem hat der Duft des Waldes eine pharmakologische Wirkung und stärkt so die Selbstheilungskräfte. Terpene, die ätherischen Duftstoffe der Waldpflanzen, regen offenbar die natürlichen Killerzellen, die sogenannten T-Lymphozyten, an und stärken das Immunsystem. Die Wirkung hält auch nach Wochen noch an. Außerdem ist die Waldluft weniger mit Schadstoffen wie Feinstaub belastet und tut damit Lungen und Bronchien gut. Auch autogenes Training trägt zum Wohlbefinden bei.

Sanfte Hausmittel besser als Medikamente

Falls Kratzen im Nasen-Rachen-Raum, Schnupfen und Husten schon da sind: Auch hier helfen sanfte Hausmittel besser als Medikamente. Generell ist ein gutes Immunsystem empfehlenswert, um sich gegen Atemwegsinfekte durch Bakterien und Viren zu wappnen. Gegen ein schwaches Immunsystem stärken auch Wechselduschen. Eine Studie zeigt, dass Wechselduschen die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte mildern. Asthmatiker und Menschen mit COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis) sollen davon profitieren. Tipp: mit Wechselduschen zunächst vorsichtig starten und nur so kalt und warm im Wechsel zu duschen, wie es gut auszuhalten ist. Sich schlagartig mit kaltem Wasser abzubrausen, ist nicht empfehlenswert.

Ausreichend Zahnpflege ist übrigens ebenso wirksam fürs Immunsystem. Klingt erst mal komisch. Aber Zahnfleischentzündung wegen mangelnder Zahnpflege schwächt die Abwehrkräfte. Wer öfter darunter leidet: Ingwer, Kamille und Salbei „schmecken“ kranken Zähnen. Mehrmals täglich als Tees oder Mundspülung angewandt, können die ätherischen Öle bei Schwellungen, Zahnfleischentzündungen (Gingvitis) und Blutungen desinfizierend wirken. Sie lindern Beschwerden und kräftigen das Zahnfleisch. Und auch Myrrhe hat es bei Zahnbeschwerden in sich.

Hausmittel bei Schwangerschaft

Abgeschlagenheit, ein Kratzen im Hals, gefolgt von Schnupfen und Husten: Auch in der Schwangerschaft kommt eine Erkältung mit den typischen und ebenso lästigen Symptomen daher. Schwangere sind für Erkältungs- und Grippeviren sogar besonders leichte Opfer. Denn ihr Immunsystem ist heruntergefahren, damit das „fremde“ väterliche Eiweiß des Ungeborenen in ihrem Körper akzeptiert und nicht abgestoßen wird. Unbedenklich sind bewährte Hausmittel wie Lindenblütentee und Honig zur Stärkung der Abwehrkräfte. Auch Kamillentee lindert das Halsweh. Gurgeln mit Salzwasser löst den Schleim. Inhalieren macht die verstopfte Nase frei. Leichtes Fieber ist bis 38 Grad ist kein Grund zur Sorge. Lauwarmes Duschen, kühle Getränke oder Wadenwickel helfen hier gut. Schwangere müssen jedoch häufig ihre Temperatur messen, damit ihnen ein Anstieg nicht entgeht. Werte von 39 oder 40 Grad sind in der Frühschwangerschaft eine Gefahr für den Fötus. In diesen Fällen muss ein Arzt die Ursachen abklären, damit gegebenenfalls bakterielle Infektionen schnell behandelt werden können. Lungen- und Mittelohrentzündung treten als Komplikationen einer Virusgrippe in der Schwangerschaft häufiger auf. Erreichen die Viren das Kind können sie eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Deshalb lieber bei Erkältungsanzeichen den Arzt aufsuchen. Es könnte auch eine Coronavirus-Infektion sein.

Weitere Tipps rund um ein starkes Immunsystem:

Über die Autorin: Annette Bulut ist Diplom-Journalistin und hat eine Rundfunkausbildung in Köln absolviert. Nach beruflichen Stationen in Düsseldorf und München als Kommunikationsberaterin ist sie seit vielen Jahren freie Journalistin mit Schwerpunkt Medizin, Gesundheit und Ernährung. Sie schreibt regelmäßig Beiträge für Online- und Printmedien. Ihr Ziel: Gesundheitsthemen verständlich und lebensnah mit vielen nützlichen Informationen zu vermitteln.

Das könnte Sie auch interessieren