1860 München, Rot-Weiss Essen und der 1. FC Magdeburg: Drei Traditionsvereine, die in der sportlichen Bedeutungslosigkeit angekommen sind. Die Dokumentation "Nie mehr erste Liga?" thematisiert die Schattenseite der Kommerzialisierung des Fußballs.

Eigentlich müsste man aus dem wahrhaft spektakulären Absturz der Münchner Löwen in die sportliche Bedeutungslosigkeit der Regionalliga Bayern gleich eine ganze Fernsehserie machen. Intrigen, Pannen, krachende Inkompetenz – würde der Helmut Dietl noch leben und hätte er sich je für Fußball interessiert, da wäre ein Klassiker vom Schlage "Kir Royal" möglich. So aber gibt es immerhin eine empathisch recherchierte ARD-Doku zum tragikomischen Schicksal des TSV 1860 und dem zweier Leidensgenossen: Auch der frühere Deutsche Meister und Pokalsieger Rot-Weiss Essen sowie der dreimalige DDR-Oberligameister und Europapokalsieger 1. FC Magdeburg sind in den Niederungen der Unterklassigkeit versumpft.

"Nie mehr erste Liga?", fragen die Filmautoren Alexander Cierpka und Marc Schlömer in ihrem 45-minütigen Beitrag ehrlich besorgt. Ist es für durchwachsen seriös geführte Traditionsvereine wie die drei porträtierten überhaupt möglich, den Anschluss zu finden an den rasanten Aufstieg alimentierter Erfolgskonstrukte vom Schlage RB Leipzig und TSG Hoffenheim?

Eine Bestandsaufnahme von der Schattenseite der Kommerzialisierung des Fußballs ist das, und sie liefert auch Tröstliches: Immerhin auf das Herzblut ihrer Fans können die tief gefallenen Erfolgsklubs von anno dazumal auch heute noch bauen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst