Furios inszenierte Filme wie Spike Lees "Inside Man" oder jüngst die Netflix-Erfolgsproduktion "Haus des Geldes" eint die Darstellung einer Geiselnahme. Auch in der flämisch-deutschen Crime-Serie "24 Hours – Two Sides of Crime" geht es darum: Zwei Männer nehmen in einer Bank mehrere Geiseln und versuchen die Polizei mit Lösegeldforderungen und unter Androhung von Gewalt unter Druck zu setzen. Doch das erfahrene Ermittlungsteam um die Beamtin Mercedes Vos (Sofie Decleir) lässt sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen.

Dabei erzählt die packende Serie in einem ständigen Wechselspiel aus zwei Sichtweisen und besticht durch unerwartete Wendungen, die den Zuschauer eben erlangte Überzeugungen hinterfragen lassen. Ab Freitag, 5. Oktober (ab 21.45 Uhr), zeigt ZDFneo "24 Hours – Two Sides of Crime" als sechstägiges Event jeweils in Doppelfolgen.

Es ist regnerisch und kalt an diesem tristen Morgen. So früh am Tag ist noch nicht viel los in der kleinen flämischen Stadt, doch das soll sich schnell ändern. Denn zwei Attentäter haben sich in einer Bank von der Außenwelt abgeschottet. Als Bedingung für die Freilassung ihrer Geiseln, unter anderem zwei Kinder, verlangen sie eine Million Euro in einer Stunde.

Die ermittelnden Beamten um die leitende Unterhändlerin der Direktion für Sondereinheiten, Mercedes Vos (Sofie Decleir) und ihre Kollegen Roeland (Willy Thomas) und Ibrahim (Lukas De Wolf) sind in höchster Alarmbereitschaft. Während die umliegenden Häuser und Straßen evakuiert und Observationsteams losgeschickt werden, verhandelt das Trio mit den Geiselnehmern in der Bank. Aber schon bald läuft alles aus dem Ruder und es droht eine Eskalation der Situation.

Fortan entspinnt sich eine mitreißende Katz-und-Maus-Jagd, die, und das ist der große Kniff der Serie, abwechselnd aus der Perspektive der Polizei und der Geiselnehmer erzählt wird. So entfalten sich im Erzählrahmen eines Tages unerwartete Wendungen und kleine, vermeintlich unscheinbare Details erhalten durch den Perspektivwechsel plötzlich Gewicht. Die grau-triste Atmosphäre, zu der die Regisseure Gilles Coulier und Dries Vos offenbar von der britischen Serie "Southcliffe" inspiriert wurden, verleiht "24 Hours – Two Sides of Crime" in Verbindung mit dem minimalistischen, aber wirkungsvollen Soundtrack eine bedrohliche Grundstimmung. Dazu besticht der durchdacht geschriebene Plot, zu dem die Autoren Julie Mahieu und Jonas Geirnaert bereits vor zehn Jahren die Idee hatten. Mit einer verschachtelten Handlung, deren Fäden mit jeder Folge mehr zusammenlaufen und langsam aber sicher ein großes Ganzes ergeben, ist ihnen ein bereicherndes Stück Fernsehen gelungen.

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Quelle: teleschau – der Mediendienst