Sie waren eine Attraktion – im Zirkus, in Theatern, in Anatomiesälen und sogar im Zoo: Von der Mitte des 19. bis weit ins 20. Jahrhundert wurden Menschen aus Kolonialländern als Sensationsobjekte zur Schau gestellt.

Rund 35.000 "Wilde" wurden unter dem Deckmantel der kulturellen Fortbildung vorgeführt, unter den eineinhalb Milliarden Besuchern gedieh ein früher Rassismus. Immer furchterregender mussten die Vorgeführten sein, man wollte damit die Hierarchie der Rassen zementieren. Die Dokumentation "Die Wilden in den Menschenzoos" (ARTE France, 2017) geht nun dem Schicksal von sechs der einst Gezeigten mithilfe von Experten und Zeitzeugen auf den Grund.

Darüber hinaus beleuchtet die Dokumentation anhand der Schicksale der Menschen aus Feuerland, Australien und Französisch-Guyana, aus dem Kongo, Senegal und Neu-Kaledonien den Wandel von einem pseudowissenschaftlichen Rassismus im 19. Jahrhundert zum politischen Alltags- und Massenrassismus des 20. Jahrhunderts.


Quelle: teleschau – der Mediendienst