Die erste große Liebe ist etwas sehr Aufregendes. Für den, der sie erlebt, aber auch für die, die sich um diese geplagten Person sorgen. Denn es besteht immer die Gefahr, das Herz gebrochen zu bekommen. Zwar hatte Paul (Tom Böttcher) schon einmal eine Freundin, aber Liebe, das weiß er jetzt erst, fühlt sich dann doch noch etwas anders an. Allerdings stehen die Vorzeichen zwischen ihm und seiner neuen Flamme besonders ungünstig. Claire Bonin (Kristin Suckow) ist erstens seine Lehrerin und zweitens todkrank.

Das mit der Krankheit weiß Paul nur nicht, dafür ist seine Mutter, die Versorgungsassistentin Vera Mundt (wie immer strahlend: Rebecca Immanuel), darüber bestens informiert. Kein Wunder, dass sie sich von der Beziehung ihres Sohnes nicht besonders begeistert zeigt. Auch sonst gibt es im sechsten Teil der "Eifelpraxis"-Reihe diverse Schmetterlinge in verschiedensten Bäuchen. Aber nicht nur die Liebe ist Thema des Films, sondern auch "Rachegelüste".

Rebeccas "Hausfreund" Daniel (Aleksandar Radenkovic) ist nämlich auf der Suche nach demjenigen, der eines Nachts seinen Bruder angefahren hat und einfach im Straßengraben liegen ließ. Beinahe hätte der Junge das nicht überlebt. Nach anfänglichen Zweifeln hilft Rebecca ihm, den Verdächtigen auszuspionieren. Und auch die anderen Männer in Rebeccas Leben, Verehrer Henning (René Steinke) und Chef Chris (Simon Schwarz), halten die taffe Alleinerziehende auf Trab.

Der sechste "Eifelpraxis" bietet große Gefühle und viel Drama – vielleicht ein wenig zu viel Drama, bei all den Liebesdreiecken wird einem bisweilen ganz schwindelig. Ansonsten wirkt "Rachegelüste" genauso erfreulich unprätentiös wie schon die Vorgänger und gibt dem Zuschauer wenig Grund, sich zu ärgern. Die Schauspieler harmonieren großartig, und am Schluss bleibt einem fast nur noch, sich vorzunehmen, endlich einmal selbst in die Eifel zu fahren. Denn die Aufnahmen von Volker Tittel unter der Regie Josh Broeckers machen tatsächlich Lust auf mehr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst