Mit Tinder, Bumble oder Parship hat sich das Kennenlernen zwischen Männlein und Weiblein verändert. Niemals war es leichter, einen möglichen Partner kennenzulernen.

Der Singlemarkt erscheint riesig. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind derzeit, so errechnen es Statistiker, mehr als 20 Millionen Menschen auf der Suche nach dem großen Glück. Oder wenigstens nach ein paar Streicheleinheiten. Oder der schnellen Nummer. Jeder dieser Wünsche erscheint heutzutage erfüllbar. Und das einfach nur per schneller Fingerbewegung (Swipe) über das Smartphone. Schon finden sich Kontaktvorschläge mit Menschen mit übereinstimmenden Interessen, schnell ist ein "Match" erzeugt – etwa auf Tinder. Notfalls helfen Algorithmen nach (Parship).

"Niemand muss heute an einem bestimmten Ort sein, um sich kennenzulernen", sagt Whitney Wolfe, heutige Chefin der Dating-App Bumble. Diese Ungebundenheit an einen begrenzten Ort ist gewiss ein Vorteil. Kritiker wie die Soziologin Eva Illouz hingegen warnen: "Der Kapitalismus hat auch die Liebe vereinnahmt." Sie sieht in einem scheinbar grenzenlosen Menschenmarkt der angeblich freien Möglichkeiten, dass echte Gefühle auf der Strecken bleiben könnten. Die Dokumentation "Liken, daten, löschen – Liebe und Sex in Zeiten des Internets" von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber zeigt, wie sich das Liebeswerben durch die fortschreitende Digitalisierung verändert hat.

Eines jedoch bleibt am Ende gleich: Ob nun nach eher traditioneller gemeinsamer Balz oder per "Match" bei Tinder – am Ende müssen zwei Menschen, die irgendwie zusammengefunden haben, sich selbst bemühen, wie gut und liebevoll sie miteinander umgehen. Vor diesem Hintergrund ebenso unterhaltsam wie spannend: Anhand alter Gemälde wird gezeigt, dass die Menschen auch früher einiges tun mussten, um am Markt einen Partner zu finden. Selbstdarstellung und Selbstoptimierung sind kein reines Phänomen der Smartphone-Ära.


Quelle: teleschau – der Mediendienst