Das ZDF feiert den 50. Geburtstag der Hitparade. Thomas Gottschalk moderiert die Jubiläumsshow mit vielen Lieblingen der Schlager-Kultsendung.

Ein Ritual in den 1970er-Jahren: Wer mit der ZDF-Hitparade aufwuchs, saß einmal im Monat am Samstagabend frisch gebadet und im Frottee-Schlafanzug vor dem Fernseher – wie rund 20 Millionen Gleichgesinnte auch. Los ging es 1969 zur Melodie von James Last: "Hier ist Berlin! Das Zweite Deutsche Fernsehen präsentiert Ihnen Ausgabe Nummer eins der Hitparade. Am Mikrofon Ihr Dieter Thomas Heck. Guten Abend!"

Wie textsicher sind Sie noch? Probieren Sie es jetzt aus in unserem Songtexte-Quiz zur "ZDF-Hitparade"!

Wer heute "ZDF-Hitparade" sagt, meint Dieter Thomas Heck, der die Sendung 1969 mit Regisseur Truck Branss (später Pit Weyrich) aus der Taufe hob und bis 1984 moderierte. Auf einmal war im Musik-Fernsehen alles anders: Heck und seine Künstler suchten den Kontakt zum Publikum. Vor allem aber: Es wurde deutsch gesungen und live. Der im vergangenen Sommer im Alter von 80 Jahren verstorbene Showmaster entwickelte einen Duktus, der für den Erfolg der Hitparade entscheidend war. Mit impulsiv-dynamischer Stimme jagte er bis zum Schnelldurchlauf der Hits und dem Abspann von Nummer zu Nummer und ließ keine Zweifel aufkommen, dass der deutsche Schlager nichts für Langweiler war.

Das Grundprinzip der Sendung war vergleichsweise simpel: Künstler stellten ihre neuen Hits vor, die Zuschauer wählten ihren Liebling. Abgestimmt wurde mit einer Postkarte. Das sorgte für einen der (wenigen) Skandale: 1970 wurden für Sänger Peter Orloff exakt 11037 Karten mit derselben Handschrift und demselben Poststempel eingeschickt. Orloff beteuerte seine Unschuld, wurde aber dennoch disqualifiziert. Fortan gab es die Abstimmungskarten nur noch über das ZDF, bis 1982 auf ein Televoting-Verfahren umgestellt wurde und der Sieger noch in der gleichen Ausgabe bekannt gegeben wurde.

1985 übernahm Viktor Worms den Moderationsjob von Dieter Thomas Heck. Worms revolutionierte das Erfolgsformat. Fortan waren auch nicht deutschsprachige Songs und Vollplayback zugelassen. Und so bewegten auf einmal David Hasselhoff und Joe Cocker in der Hitparade ihre Lippen neben Michael Holm und Roland Kaiser. Mit Moderator Uwe Hübner gab es dann ein Zurück zu den Wurzeln. Ab 1992 wurde wieder live auf Deutsch gesungen. Gezielt trieb Hübner die Renaissance des deutschen Schlagers voran: Künstler wie Wolfgang Petry, Rosenstolz, Andrea Berg oder Michelle füllten die Hallen, sorgten für Quote.

Wer ist der oder die Größte des Schlagers? "Jede Zeit hat ihre Helden", bleibt Hübner diplomatisch. Für Viktor Worms gehört Roland Kaiser auf jeden Fall dazu: "Eine der ganz großen Gestalten des deutschen Schlagers."

Mit 67 Auftritten hält Roland Kaiser den Rekord in der ZDF-Hitparade. Uns hat er erzählt, wie wichtig die Hitparade für die deutsche Schlagerwelt war:

Was bedeutete die Hitparade für Ihre Karriere?

Für mich war die Hitparade ein Meilenstein, die Grundlage meiner Karriere.

Als Künstler brauchte man die Hitparade ...

... um sich seinem Publikum zu präsentieren. Wer seine Platten verkaufen wollte, musste dort auftreten.

Was verband Sie mit Dieter Thomas Heck?

Er war eine Leitfigur, der Großmeister des Schlagers.

Bilder: Diese Stars traten in der ZDF-Hitparade auf