Nach "Modus" (2016) zeigt das ZDF einen weiteren skandinavischen Krimi-Mehrteiler nach Vorlage der norwegischen Autorin Anne Holt. In "Anne Holt: Der Mörder in uns" bekommen es die hochschwangere Psychologin Johanne Vik (Melinda Kinnaman) und ihr Freund, Kommissar Ingvar Nyman (Henrik Norlén), mit einem internationalen Verbrechen höchster Priorität zu tun.

Während ihres ersten Staatsbesuches in Schweden verschwindet die amerikanische Präsidentin Helen Tyler (Kim Cattrall, "Sex and the City") spurlos aus ihrem Hotelzimmer. Die Agenten des Secret Service sind außer sich – und dazu reichlich arrogant. Trotzdem müssen sie mit der schwedischen Polizei kooperieren. Vier Folgen des wendungsreichen, aber eher formelhaften Schwedenkrimis zeigt das ZDF an vier Sonntagabenden.

In Romanverfilmungen der kurzzeitigen norwegischen Justizministerin Anne Holt hat man nicht selten das Gefühl, einen skandinavischen Krimisetzkasten zu betrachten. Brutale, aber stets schön fotografierte Morde, absurd abgründige Charaktere, aber auch ruhige Dialog-Passagen und elegische Landschaftsaufnahmen: Holt und ihre schwedisch-deutschen Adepten in Sachen TV-Verfilmungen wissen, was der eher traditionell denkende Freund skandinavischer Krimis will. Auch im neuen Vierteiler, der etwas verwirrend ebenso wie 2016 "Modus" den Beinamen "Der Mörder in uns" trägt, hört man wieder Konzeptpapiere rascheln. Auch die Dialoge wirken mitunter von der Stange.

Liebhaber des klassischen Schwedenkrimi-Feelings wird das kaum stören, denn die Drehbuchautoren, das dänische Ehepaar Mai Brostrøm und Peter Thorsboe ("The Team", "Protectors", "Der Adler"), wissen dennoch, wie man seine Zielgruppe in Sachen Spannung einfängt. Als Vorlage diente ihnen der Anne-Holt-Roman "Die Präsidentin".

Hauptdarstellerin Melinda Kinnaman war während der Dreharbeiten übrigens wirklich schwanger – bis in den neunten Monat hinein. Im April 2017 brachte sie mit Mitte 40 ihr zweites Kind, eine Tochter, zur Welt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst