Im neuen Fall von Jan Fabel (Peter Lohmeyer) und Maria Klee (Lisa Maria Potthoff), Figuren des schottischen Thrillerautors Craig Russell, geht es brutal zu. Das Duo soll im Kölner Karneval einen Serienmörder finden.

Zum vierten Mal ermitteln Jan Fabel (Peter Lohmeyer) und Maria Klee (Lisa Maria Potthoff) in einer Thriller-Verfilmung des schottischen Autors Craig Russell. "Carneval: Der Clown bringt den Tod" versetzt den Hamburger Noir-Kommissar Fabel nach Köln. In der Domstadt geht seit Jahren zur Weiberfastnacht ein Frauenmörder in Gestalt eines Clowns um. Auch in dieser Saison, so fürchtet der ortsansässige Ermittler Benni Scholz (Christoph Franken), könnte der Täter wiederum zuschlagen. Fabel, Experte für Serientäter, sagt seine Hilfe zu und reist ins feierfiebrige Rheinland. Seine traumatisierte Kollegin Maria Klee begibt sich derweil auf einem Rachefeldzug. Unterweltboss Witrenko (Merab Ninidze), der sie einst im Einsatz niederstach, soll sterben.

Die megadüsteren und – in diesem Fall – auch äußerst brutalen Craig Russel-Verfilmungen sind nicht jedermanns Sache. Vor allem der Erzählstrang einer rachedurstigen Maria Klee, die sich über eine vorgetäuschte Liebesbeziehung zu Schläger-Mafioso Viktor Buslenko (Murathan Muslu) an ihr Zielobjekt Witrenko heranrobben will, ist heftig. Lisa Maria Potthoffs Leistung in diesem für deutsche TV-Verhältnisse ungewöhnlich expliziten Thriller, ist nicht nur schauspielerisch stark. Auch in Sachen Nacktheit, brutale Kampfszenen und erlittene Verletzungen ist Potthoffs Part eine echte Mutprobe. Selbst wenn die Wunden der 40-Jährigen natürlich nur aufgeschminkt sind: Die grenzwertige Körperlichkeit ihres Schauspiels, das zu diesen Wunden führt, ist mit Sicherheit das künstlerische Husarenstück dieses Films. Lesen Sie dazu ein Interview mit der Schauspielerin.

Ansonsten werden sich wie immer bei Russell-Stoffen die Geister scheiden. Wer auf realistische Sozialkrimis oder psychologisch fein Gesponnenes steht, wird sich bei den von Serienmördern, überstylten Ritualmorden und viel düsterer Symbolik bevölkerten Stoffen nicht wohlfühlen. Dennoch haben diese Filme etwas. Die Plots sind spannend, wenn auch die Charaktere in ihrer Drastik flach und comichaft überzeichnet bleiben. Bei deutschen Schauspielern, die im von Krimis überfluteten Teutonen-TV sonst eher "seriöse" Stoffe spielen, scheinen die überzogenen Krawallthriller – wie beim letzten Film "Brandmal" führt wieder Nicolai Rohde Regie – gut anzukommen.

Neben Lohmeyer und Potthoff als Stammermittler sieht man auch andere prominente Mimen in kleineren Rollen: den feingliedrig düsteren Stipe Erceg, den immer wieder erstaunlich brutalen Österreicher Murathan Muslu, Dauermelancholiker Martin Feifel oder die schöne Picco von Groote. Schauspieler, die auch mal Lust darauf haben, in einer TV-Geisterbahn zu spielen. Zum Teufel mit dem Realismus!


Quelle: teleschau – der Mediendienst