Zahlreiche Künstler hatten zum Boykott aufgerufen, doch jetzt ist es offiziell: Der Eurovision Song Contest findet 2019 im israelischen Tel Aviv statt. Gesucht wird der Nachfolger der letztjährigen Siegerin Netta ("Toy").

Jetzt also doch: Wie die European Broadcasting Union (EBU) bekannt gab, steigt das Finale des Eurovision Song Contests am 18. Mai 2019 in Tel Aviv. Übertragen wird der traditionsreiche Gesangswettbewerb aus dem Internationalen Kongresszentrum der Metropole. Die Halbfinalausscheidungen finden bereits am 14. und am 16. Mai statt. Noch nicht sicher ist hingegen, wer das Spektakel moderieren wird, denn die populäre und in Israel geborene Schauspielerin Gal Gadot ("Wonder Woman") hat aus Termingründen abgesagt.

Damit trotzt der Veranstalter EBU den massiven Kritiken im Vorfeld der Vergabe. So hatten 140 Künstlerinnen und Künstler im britischen "Guardian" zum Boykott des ESC aufgerufen. Die Unterstützer um Roger Waters und Brian Eno beriefen sich auf die Situation der Palästinenser: "Solange die Palästinenser nicht Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen können, sollte es keine Geschäfte mit dem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verweigert." Explizit hatten sie eine Absage des Wettbewerbs und eine Verlegung in ein Land mit einer besseren Menschenrechtsbilanz gefordert.

In Deutschland läuft währenddessen bereits auf Hochtouren die Suche nach einem Act, der den erfolgreichen letztjährigen Beitrag von Michael Schulte ("You Let Me Walk Alone") beerben wird. Die Bewerbungsphase ist bereits abgeschlossen, die Auswahl findet im Februar 2019 statt und wird von Barbara Schöneberger moderiert.

Auch hierzulande machte Elisabeth Motschmann, die medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in Sachen ESC von sich reden, als sie jüngst in einer Pressemitteilung forderte: "Bei internationalen Wettbewerben, wie zum Beispiel dem Eurovision Song Contest, sollte in Zukunft der deutsche Beitrag wieder in deutscher Sprache gesungen werden." Ob ihrem Wunsch Gehör geschenkt wird, wird sich spätestens im Februar 2019 zeigen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst