Als sie in einem Hotel in Vietnam ist, erfährt die Köchin Paula (Inez Bjørg David), dass sie eine vietnamesische Zwillingsschwester hat. Ein Arzt (Nikolai Kinski) hilft ihr bei der Suche. Den ersten Teil von "Ein Sommer im Vietnam" strahlt das ZDF zur besten Sendezeit am Sonntagabend aus, Teil 2 folgt eine Woche später.

"Ein Sommer in Vietnam" ist ein Zweiteiler, dessen Dreharbeiten im Sommer 2017 höchst beschwerlich waren. Wegen der großen Hitze musste der Dreh unterbrochen werden, es kam zu Hitzschlägen unter den Schauspielern, wie Medien vermeldeten. Nicht nur Paula, die Köchin eines Hotels im Film, gespielt von Inez Bjørg David, hat also mit Widrigkeiten zu kämpfen: Gleich nach ihrer Ankunft in Hanoi wird sie von einem Taschendieb brutal zu Boden gerissen und verletzt. Der deutsch-vietnamesische Arzt Danh Cao (Nikolai Kinski), der sie versorgt, scheint Paula zugetan. Doch im Hotel erfährt sie, dass ein Anwalt unterwegs sei, der sie und ihre vietnamesische Zwillingsschwester sucht. Die Schwestern wurden in der DDR einst zur Adaption freigegeben. Was für eine Nachricht! Sofort begibt sich Paula mit Danh Cao auf die Suche. Der Arzt entpuppt sich dabei als Gegner jeglicher Zwangsadaptionen.

Für Nikolai Kinski war die Arbeit an diesem Film auch eine persönliche Angelegenheit. Seine Eltern sind der deutsche Schauspieler Klaus Kinski und das aus Vietnam stammende französische Model Minhoï Geneviève Loanic. Nikolai wurde 1976 in Paris geboren, die Eltern ließen sich 1979 scheiden, Nikolai wuchs daraufhin bei der Mutter in Amerika auf.

"Obwohl meine Mutter in erster Linie Französin ist und selbst wenig Zeit in Vietnam verbracht hat, ist ihre Geschichte, die in Vietnam begann, eine unglaubliche", sagt Kinski. "Sie war das Ergebnis einer Affäre zwischen einer vietnamesischen Frau und einem französischen Soldaten im Jahr 1948, während des ersten Indochinesischen Kriegs." Mit sechs wurde die Mutter mit dem Schiff nach Marseille geschickt und von Nonnen in einem Waisenhaus erzogen. Als sie 50 Jahre alt war, konnte sie nach langer Suche schließlich ihren Vater finden. Die Mutter hat sie nie gefunden.

"Ich habe die Gelegenheit genutzt, meine Wurzeln durch die Rolle und die Drehzeit in Vietnam weiter zu erkunden", sagt Kinski. "Es war nicht schwer, Danhs Geschichte als eine alternative Version des Lebens meiner Mutter zu sehen. Denn Danh ist ein Mann, der aufgrund seiner Familiengeschichte zwischen zwei Welten steht."

Teil zwei folgt am Sonntag, 23. September, um 20.15 Uhr.

Lesen Sie hier ein Interview mit Hauptdarstellerin Inez Bjørg David über die Dreharbeiten in Vietnam.


Quelle: teleschau – der Mediendienst