Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar fordert im Umgang mit dem Coronavirus mehr Besonnenheit. "Das Coronavirus ist nicht so gefährlich wie man denkt", behauptet Yogeshwar.

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar hat sich im RTL-Podcast "Fragen wir doch!" kritisch zur Berichterstattung über das Coronavirus geäußert. Laut Yogeshwar hätten besonders die Medien und die sozialen Netzwerke einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung des Virus. "Dort fehlt es an Besonnenheit, denn es erfolgt inzwischen mehr eine Berichterstattung über die Reaktion der Leute als über die Erkenntnisse und den Stand", so der 60-Jährige.

Weiter erklärte er, dass das Thema zu hysterisch behandelt werde. "In einem Leben, das mit Risiken behaftet ist, sollte man einordnen und nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen." Als Grund für die Hysterie vermute er unter anderem Angst vor China. Lob findet Yogeshwar hingegen für einen Politiker: "Ich fand bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gut, dass er anfangs gesagt hat, er wolle besonnen vorgehen. Doch prompt kam der erste Corona-Fall nach Deutschland, hetzen und steinigen Journalisten ihn und sagen 'Hätten Sie nicht früher...'"

Verglichen mit Corona sei die Grippe viel schlimmer. "Das Coronavirus ist nicht so gefährlich wie man denkt. Doch die Grippe wird bagatellisiert, obwohl sie Tausende allein in Deutschland tötet", so Yogeshwar. "Es ist schwer, in einer hysterischen Atmosphäre dagegen anzukommen. Denn es wird immer jemanden geben, der diese Aussage für völlig unverantwortlich hält." Er legt eine Vermutung nahe: "In einer Gesellschaft, der es objektiv unglaublich gut geht, gibt es offenbar die Sehnsucht nach apokalyptischen Szenarien."

Yogeshwar moderierte von 1993 bis 2018 das Wissenschaftsmagazin "Quarks". Das gesamte Gespräch mit ihm ist ab Freitag, 6. März, im RTL-Podcast "Fragen wir doch!" zu hören.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH