Auch fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wirkt Deutschland oft noch gespalten: Inge Kloepfer und Jobst Knigge zeigen auf, welche Wunden die brachiale Abwicklung der DDR-Wirtschaftsunternehmen in ganzen Regionen geschlagen hat.

Es war eine einmalige historische Gelegenheit. Aber offenbar auch in viellerlei Hinsicht eine vertanene Chance. Kaum war über die Währungsunion und die Angleichung der Wirtschaftssysteme die Wiedervereinigung auch auf Ebene der Unternehmen erfolgt, begann eine beispiellose Abbruchtätigkeit. Verwaltet von der sogenannten Treuhand-Anstalt wurden viele ehemalige DDR-Staatsbetriebe, die als nicht wettbewerbsfähig eingeschätzt wurden, "abgewickelt". Massenarbeitslosigkeit, De-Industrialisierung weiter Landstriche und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit machten sich breit.

Der ARD-Doku-Beitrag "Einheit, D-Mark, Vaterland – Das schwierige Erbe der Treuhand" von Inge Kloepfer und Jobst Knigge blickt auf die wichtigsten, von Kritikern noch heute als rücksichtslos angegriffenen Entscheidungen der Jahre 1990 bis 1994 zurück.

Dabei ist den Filmemachern eine kleine Sensation gelungen: Sie schafften es, Birgit Breuel, die ehemalige Treuhand-Präsidentin, die sich zuletzt ziemlich entschlossen der Öffentlichkeit entzogen hatte, wieder zum Sprechen vor TV-Kameras zu bringen. Sie gilt vielen Ostdeutschen noch immer als Symbolfigur eines arroganten Machtwechsels.


Quelle: teleschau – der Mediendienst