"Geschichte im Ersten"

Der Völkerbund an der Saar: erster Vorläufer der UNO

von Hans Czerny

Es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre das Saargebiet, Vorläufer des zehnten und kleinsten deutschen Bundeslandes, zu einem Modell Europas geworden. Am 10. Januar 1920 übernahm der neu gegründete Völkerbund, eine Art Vorläufer der UNO, die Hoheit über das begehrte Erz- und Kohlebergbaugebiet.

ARD
Geschichte im Ersten: Der Völkerbund an der Saar
Dokumentation • 30.03.2020 • 23:30 Uhr

Spricht man von den 1920er-Jahren, denkt man immer an Berlin. Aber auch an der Saar, im heutigen Saarland, war das eine besonders aufregende Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg lagen Deutschland und Frankreich im Widerstreit. Der Versailler Vertrag von 1919 wollte das damalige Saargebiet Frankreich zuschlagen – als Reparationsleistung für andere im Krieg besetzte Gebiete. Doch am 10. Januar 1920 übernahm der neu gegründete Völkerbund, als erster internationaler Staatenbund eine Art Vorläufer der UNO, die Hoheit an der Saar. Die Amerikaner hatten allerdings in Versailles durchgesetzt, dass das Saargebiet nach 15 Jahren, also 1935, über seine politische Zugehörigkeit selbst entscheiden sollte. Trotz des aufgekommenen Nationalsozialismus entschieden sich 90 Prozent der Bevölkerung im begehrten Erz- und Kohlebergbaugebiet für das damalige Deutsche Reich.

Der Film "Der Völkerbund an der Saar" von Mathias Haentjes (SR / SWR) aus der Reihe "Geschichte im Ersten" spürt anhand von neuem Archivmaterial und Expertenanalysen, aber auch in historischen Spielszenen den Möglichkeiten und Grenzen des internationalen Engagements in lokalen Konflikten nach. Hatte der Versuch, Europa und der Welt einen dauerhaften Frieden zu sichern, überhaupt eine Chance?

Geschichte im Ersten: Der Völkerbund an der Saar – Mo. 30.03. – ARD: 23.30 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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