"Nur Tote reden nicht"

"Der gute Bulle": Eine weniger überdrehte "Nachtschicht"

von Elisa Eberle

Polizist Fredo (Armin Rohde) erleidet im dritten Film der Reihe "Der gute Bulle" einen schweren Verlust – und verfällt seiner alten Alkohol-Sucht. Das ZDF zeigt den Film, der 2020 schon bei ARTE zu sehen war.

ZDF
Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht
Krimi • 17.02.2021 • 20:15 Uhr

Die Kollegen können es noch immer nicht fassen: "Milan, was soll das werden? Warum hörst du auf?", will sein Vorgesetzter Paul Schellack (Johann von Bülow) wissen. Selbst die Mutter (Anica Dobra) ist extra ins Polizeipräsidium gekommen, um ihren Sohn (Edin Hasanovic) zum Bleiben zu überreden. Doch es hilft nichts: Nach dem Verlust seiner Freundin – sie war in einem vergangenen Einsatz zu Tode gekommen – wird Milan den Beruf des Polizisten an den Nagel hängen. Bevor es so weit ist, wartet auf ihn und seinen Kollegen Fredo (Armin Rohde) im dritten Teil der Krimireihe "Der gute Bulle" noch ein allerletzter Einsatz ...

Die beiden Polizisten werden an den Berliner Flughafen gerufen. Eine junge Frau (Lo Rivera) wurde dort mit einem guten Kilo Koks im Körper aufgegriffen. Sie nennt sich Juanita und behauptet, sie komme aus Spanien. Doch Fredo und seine Kollegen zweifeln an dieser Geschichte. Da die Verdächtige sich partout weigert, weitere Auskunft zu geben, soll sie aufs Polizeipräsidium gebracht werden. Doch auf dem Weg kommt es zu einem Zwischenfall, der für den jungen Milan tödlich ende..

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Natürlich macht sich Fredo fortan Vorwürfe: Er war schließlich der Erfahrenere, er trug die Verantwortung. In seiner Verzweiflung greift er wieder zur Flasche. Das entgeht auch Schellack nicht, der Fredo prompt einen neuen Kollegen zur Seite stellt: Radu Lupescu (Sabin Tambrea), ein direkt von der Polizeiausbildung kommender Musterschüler, soll ihn bei der Suche nach der Drogenschmugglerin und ihren Komplizen unterstützen. Fredo hegt noch einen anderen Verdacht: Könnte Radu von "der Internen" auf ihn angesetzt sein?

Verzweifelte Migranten, die als sogenannte Schlucker missbraucht werden, korrupte Beamte und ein toter Kommissar: All diese Elemente hat es so oder so ähnlich schon in manchem Fernsehkrimi gegeben. Dennoch bleibt der dritte Teil der ZDF-Krimireihe "Der gute Bulle" (seit 2017), den ARTE bereits im Oktober 2020 als Vorpremiere zeigte, bis zur letzten Minute spannend.

Zu verdanken ist dies nicht zuletzt dem Hauptdarsteller Armin Rohde. Mit der für ihn typischen ruppigen, grimmigen Art versteht es der inzwischen 65-Jährige seit Jahrzehnten, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Doch immer schimmert auch faszinierendes gutes Stück sensible Kunst durch die Genre-Rollen des deutschen Schauspiel-Originals. Gerade in diesem dritten Tail von "Der gute Bulle" ist die Klasse Rohdes – der so oft in markanten Nebenrollen zu sehen ist – mal wieder im "Langformat" sichtbar. Auch seine jüngeren Kollegen, allen voran Edin Hasanovic und Sabin Tambrea, machen in "Der gute Bulle" einen guten Job.

Wie die vorherigen beiden Filme stammt auch "Der gute Bulle – Nur Tote reden nicht" von dem ehemaligen Szene-Barkeeper Lars Becker (Buch und Regie). Der Filmemacher, der unter anderem für die ZDF-Krimiserie "Nachtschicht", ebenfalls mit Armin Rohde in der Hauptrolle, verantwortlich ist, ist bekannt für seinen Hang zu düsteren Geschichten mit viel Straßen-Authentizität. Mit diesen Ingredienzien und einem sehr soliden Kriminaldrama weiß auch Film drei zu überzeugen. Wem Beckers "Nachtschicht" ein wenig zu überdreht ist, könnte hier auf der Suche nach guten Polizeifilmen passender bedient werden,


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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