Es läuft die 33. Minute, und 28 Millionen Fernsehzuschauer in Deutschland werden Zeuge von etwas eigentlich Unmöglichem: Philipp Lahm trifft auf dem Fußballfeld eine falsche Entscheidung – und das ausgerechnet im Endspiel der Europameisterschaft 2008, als der Spanier Fernando Torres ihn am Arm zieht und Lahm, statt zu fallen, seinen Vorsprung einbüßt. Torres überholt ihn und lässt Torwart Jens Lehmann keine Chance.

Am Ende verliert die DFB-Elf mit 0:1. Es ist der Beginn einer neuen Fußballära, die geprägt ist von spanischer Dominanz. "La Furia Roja" (die rote Furie), wie die spanische Nationalmannschaft genannt wird, gewinnt die WM 2010 und verteidigt zwei Jahre später den EM-Titel.

Doch bei der WM 2014 in Brasilien werden neue Helden geboren. Deutschland holt nach 24 Jahren wieder den Pokal – und der Vater des Erfolgs, der bereits im Finale 2008 an der Seitenlinie stand, hat noch Größeres vor. Was Spanien 2012 bei der Europameisterschaft auf kontinentaler Ebene gelang, will Bundestrainer Joachim Löw in diesem Sommer bei der Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli) schaffen: Deutschland soll auch weiterhin das Nonplusultra im Weltfußball bleiben.

Dafür wird "Die Mannschaft", wie das DFB-Team nur kurz genannt wird, sich unter anderem gegen zwei echte Schwergewichte einspielen: gegen das wieder erstarkte Brasilien am 27. März 2018 in Berlin und kurz vorher – natürlich – gegen "La Furia Roja" am 23. März vor vollen Rängen in Düsseldorf. Läuft für beide Mannschaften alles ideal, dürften sie sich in Russland erneut begegnen – höchstwahrscheinlich im Halbfinale wie bei der WM 2010. Damals gewann Spanien ebenfalls mit 1:0. Aber Löw hat diesmal ja Größeres vor.