In "Tod einer Studentin" treibt es der Prof gerne mit jungen Studentinnen. Seine Frau, immerhin Dekanin an seiner psychologischen Fakultät, weiß um das Treiben, genießt aber umso mehr, dass sie ihren Schwerenöter fest am Haken hat. Sie wähnt sich den "jungen Hühnern" überlegen und erfüllt neben der Uni derweil, wie sie sagt, ihr "Hausfrauenklischee", indem sie dem Hausherrn ergeben das Liebesmahl bereitet. Aglaia Szyszkowitz und Max von Pufendorf hätten ganz gut das Zeug zu Bösewichten à la Macbeth. Doch Drehbuchautor Timo Berndt ("Wilsberg", "Die Toten vom Bodensee") bekam wohl irgendwann kalte Füße. Jedenfalls wollte er in "Ein starkes Team – Tod einer Studentin" den Prof und seine Dekanin dann doch nicht zu Mördern machen.

Wer aber war es dann? – Garber (Florian Martens) und seine Kollegin Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) löchern Studenten und Studentinnen, die just zum Zeitpunkt des Mordes an schmalen Stehtischen gefeiert haben, aber vor allem auch den Ex-Freund der Toten, die im Uni-Aufzug gemeuchelt wurde. Dieser lebt auf dem Lande, unfern Berlin. Garber hält ihm bei Gelegenheit die Vorzüge des Großstadtlebens unter die Nase, obwohl er sich selbst doch so gerne an die nostalgisch verklärte Vergangenheit in der ländlichen DDR erinnert, an "Ketwurst" (im Westen vulgo "Hot Dog"), an "Moskauer Eis" und die Stille durchbrechendes Schafsblöken inklusive.

Lars heißt der verlassene Ex, der naturgemäß mächtig unter Verdacht gerät, obwohl es auch ganz gut ein Studentenpärchen treffen könnte, das in Vorbereitung der psychologischen Zwischenprüfung eng mit der nunmehr Toten, Hiwi am Seminar des besagten Professors, zusammengearbeitet hat. Zeugnisse wurden gefälscht und verändert. Und irgendwann kam dann auch Geld ins Spiel.

Am Ende sieht der Zuschauer den Wald vor lauter Finten nicht mehr. Besonders der lüsterne Professor ist da sehr einfallsreich. Er und sein Autor haben ein bisschen zu viel über fiese Psycho-Experimente und Feldversuche gelesen, sodass die fällige Enttarnung am Ende nicht mehr so richtig greifen will. Schade eigentlich, denn die Schlausprüche des Profs kommen einigermaßen kompatibel rüber, und seine um die Karriere besorgte Gattin ist ihm eine taffe Gefährtin – keineswegs nur im Ehebett.

Trost im seminaristischen Gewurle ist einem einmal mehr "Sputnik" (Jaecki Schwarz), der diesmal Nussplätzchen auf dem Revier verhökert, die leider Zahnplomben aus ihren Fassungen lösen können. Zum Trost hält er in solchen Fällen ein kleines Oldtimerradio bereit, das allerdings bei Berührung Stromstöße auslösen kann.


Quelle: teleschau – der Mediendienst