Die fünfte Folge der ARD-Reihe "Hotel Heidelberg" knüpft nahtlos an die Geschehnisse der vorangegangenen Episode an. Mit einer Mischung aus Mischung aus dramatischen und humorvollen Ereignissen, weiß auch "...Vater sein dagegen sehr" zu gefallen.

"Wir sind Eltern!" Aber vorerst nur auf Probe. Annette Kramer (Annette Frier) und Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst) wollen den 14-jährigen Ole (Nico Ramon Kleemann) adoptieren, müssen sich als neue Eltern des Waisenjungen aber erst einmal in der Praxis beweisen. Und das Jugendamt beäugt ihre Leistung sehr kritisch. Mehr als einmal droht das Projekt Adoption zu scheitern, insbesondere dann, wenn sich das Ehepaar bei erbrachten Fehlern gegenseitig die Schuld in die Schuhe schiebt. Die ständigen Streitereien, der durchgetaktete Alltag und die daraus resultierende Vernachlässigung von Ole resultieren irgendwann sogar darin, dass sich der Junge klammheimlich aus dem Staub macht...

Für Annette und Ingolf geht es abermals heiß her. Wie sollen sie beispielsweise der schwierigen Lage im Hotel Herr werden? Dort haben sich nämlich ein paar rechtskonservative Anwälte einquartiert, die mit ihrem Nazi-Liedgut aus Burschenschaftszeiten das Ehepaar auf die Palme bringen. So betont der antisemitische Herr Kressin (Florian Panzner) gleich zu Beginn das "SS" in seinem Familiennamen und schmettert nach genügend Bier ein altes SA-Lied mit seinen Kameraden durch den Speisesaal. Wenn Ingolf deswegen irgendwann die Hutschnur reißt, mag man ihm nur wohlwollend auf die Schulter klopfen und in der Richtigkeit seiner Reaktion bestärken.

Was Ingolf hingegen noch lernen muss, ist die Handhabung der Work-Life-Balance: Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, stellt sich für Annette und insbesondere für Ingolf in seiner neuen Rolle als Vater als Mammutaufgabe dar. Stressig wird's zudem, weil Tante Ingrid (Kathrin Ackermann) sich mit ihrem neuen Zimmer nicht zufriedengibt – sie sei schließlich blutsverwandt und habe demnach ein Anrecht auf ein besseres Zimmer als der Adoptivsohn. Und bei Annettes kleiner Schwester Floriane (Nele Kiper) gibt's zu allem Überfluss noch Beziehungsprobleme zu bewältigen.

Nur gut, dass Annettes Mutter Hermine (Hannelore Hoger) immer wieder das Geschehen um ihre Lieben beobachtet und zur Not auch mal selbst eingreift. "Hermine, du hattest doch hoch und heilig gelobt, dich da raus zu halten." "Ja schon. Aber das wäre ja dann so gar nicht meine Art." Ein Glücksfall für den Zuschauer!


Quelle: teleschau – der Mediendienst